Aachen: „Angetanzt“, festgenommen und wieder freigelassen

Aachen: „Angetanzt“, festgenommen und wieder freigelassen

Das sind die Momente, in denen bei Polizisten der große Frust aufkommt. Das will zwar offiziell niemand sagen, doch hinter vorgehaltener Hand ist in einer solchen Situation von großer Enttäuschung die Rede. So war es es in der Nacht zum Samstag gelungen, drei Tatverdächtige dingfest zu machen. Doch in Untersuchungshaft sitzen die Männer nicht — sie mussten wieder freigelassen werden.

Der Reihe nach: Kurz nach drei Uhr war am frühen Samstagmorgen ein 45-jähriger Mann im Bereich der Ponstraße unterwegs. Plötzlich wurde das Opfer von drei Personen mit der sogenannten „Antanzmasche“ angegangen, was eine ziemlich aktuelle wie aber auch verharmlosende Bezeichnung darstellt. Denn oft folgen auf besagtes „Antanzen“ Straftaten wie Raub oder räuberischer Diebstahl — oft auch noch mit brutalen körperlichen Attacken kombiniert. Nachdem die Täter den Mann umringt hatten, raubten sie sein Portemonnaie. Als er das bemerkte, forderte der 45-Jährige laut die Rückgabe seiner Wertgegenstände.

Das rief nun Zeugen auf den Plan. Sie versuchten laut Polizei zu schlichten. Vergeblich. Auch die Zeugen konnten nicht verhindern, dass das Opfer „aus der Gruppe heraus massiv bedroht und im weiteren Verlauf von den drei Personen geschlagen wurde“, heißt es im Polizeibericht. Anschließend ergriffen die Täter die Flucht. Sie konnten aber von dem 45-Jährigen eingeholt werden. Es kam zu einem weiteren Gerangel. Die Täter flüchteten laut Polizei erneut. Mittlerweile hatten aber Zivilkräfte der Polizei die Fahndung aufgenommen — mit Erfolg. Die Männer konnten gestellt und vorläufig festgenommen werden. Von einem der Täter gab es nämlich eine sehr auffällige Beschreibung — er trug eine Jogginghose und eine große Pelzmütze.

Die drei Tatverdächtigen im Alter von 18, 21 und 23 Jahren sind laut Polizei marokkanischer und algerischer Herkunft. Zunächst wurden sie im Polizeipräsidium in Gewahrsam genommen, Samstagvormittags wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Dieser sah jedoch offenbar keine ausreichenden Gründe, um die Verdächtigen in U-Haft zu schicken. So musste die Polizei sie wieder auf freien Fuß setzen.

(stm)
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