Aachen: Andersen-Märchen auf der Theaterbühne

Aachen: Andersen-Märchen auf der Theaterbühne

Tatjana Jurakowa setzt einen rosa Hut mit Spitzenschleife auf, ihr Mann Waldemar Faber stülpt sich einen Helm über — und schon stecken sie mitten im Märchen „Das Feuerzeug“. Doch nicht sie selbst sind die Stars der Aufführung.

Natürlich spielen wieder die Puppen die Hauptrolle, wenn sich für die Bearbeitung des Märchens nach Hans-Christian Andersen am 26. Oktober der Vorhang im Theater 99 hebt.

Begehbare Puppen

Aber eine Puppe braucht einen Puppenspieler, wenn sie zum Leben erwachen soll. Und diese Rolle übernehmen — wortwörtlich wie auch im übertragenen Sinne — Jurakowa und Faber. Sie bewegen nicht nur die Stäbe, um die Gliedmaßen von Soldat, Prinzessin, König und Hexe zu führen, wie es Andersen in seinem Märchen „Das Feuerzeug“ vorsieht. Die drei großen Hunde — sozusagen begehbare Puppen, so genannte Humanetten — hören auch wohl nur scheinbar auf das Wort des Soldaten. Denn als Wache und Hofdame haben Jurakowa und Faber gleichzeitig die Rolle der Manipulatoren inne. Aber keine Angst: „Kaffee, Kuchen, alle glücklich“, umfasste Faber das Ende.

Im Märchen überlistet der Soldat sowohl die böse Hexe als auch den heimtückischen König, der ihm selbst nach dem Leben trachtet. Im Besitz eines verzauberten Feuerzeuges sind ihm stets drei große Hunde zu Diensten und erfüllen ihm seine Wünsche. Schließlich wünscht er sich die Prinzessin herbei, die ihn zunächst gar nicht leiden kann. Wie es weitergeht, wird hier nicht verraten.

Manchem mag die Geschichte auch im Zusammenhang mit den beiden nebenberuflichen Puppenspielern irgendwie bekannt vorkommen. Tatsächlich wurde das Stück bereits 2011 vom Jurakowa-Projekt aufgeführt — allerdings in deutlich größerer Besetzung im Rahmen eines Kurses. So haben die selbstgefertigten Puppen schon einige Jahre auf dem Buckel. Doch das Stück kommt in gewandelter Gestalt daher: „Da wir jetzt nicht mehr zu sechst, sondern zu zweit spielen, haben wir das Stück umgeschrieben, Dialoge verändert“, erklärte Jurakowa. „Und das Bühnenbild ist komplett neu“, ergänzte Faber.

„Das Feuerzeug“ hält damit dauerhaft Einzug in den Spielplan des Jurakowa-Projektes. „Wir werden es sicherlich drei bis vier Mal im Jahr spielen“, meinte Faber. Der Optimismus ist bei dem Darsteller unübersehbar.

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