Masterarbeit zur Marke Alemannia: Analytischer Blick auf den Verein

Masterarbeit zur Marke Alemannia : Analytischer Blick auf den Verein

Was macht die Alemannia eigentlich so besonders? Und welche historischen Ereignisse fallen Anhängern sofort in Bezug auf die Schwarz-Gelben ein? In einer wissenschaftlichen Masterarbeit will Marco Heidemann den Verein als „Marke“ untersuchen. Und sucht für seine Untersuchung noch Teilnehmer.

Sie haben sich auf halber Strecke getroffen und wollen jetzt eine ganze Sache daraus machen, um so die Alemannia ein gutes Stück voranzubringen. Es geht um die Marke Alemannia, was macht einen Verein und diesen Verein im Besonderen aus? Wo liegen die Defizite und wo ist das größte Verbesserungspotenzial? Es gibt viele Fragen, auf die Marco Heidemann Ende des Jahres entsprechende Antworten geben will. Und auf die warten vor allem die Verantwortlichen des Traditionsklubs, um diesen noch zukunftsfähiger zu machen.

Marco Heidemann ist 26 Jahre alt und schreibt gerade an der RWTH Aachen seine Masterarbeit zum Wirtschaftsingenieur. Schon in seiner Bachelorarbeit hat er die Standortfrage des Unternehmens Babor zum Thema gemacht – also einen lokalen Ansatz in einen größeren wissenschaftlichen Kontext gestellt. Gleiches geschieht derzeit mit der „Marke“ Alemannia Aachen. Ein globales Thema wird so lokal verortet.

Mit seiner Idee stieß der Masteranwärter bei Professor Dr. Wolfgang Breuer, einem Experten für Betriebliche Finanzwirtschaft, auf offene Ohren. Finanzwirtschaft und Marketing sind nur zwei Schwerpunkte im Aachener Studiengang zum Wirtschaftsingenieur. Die „Markenbewertung Alemannia Aachen“ passte. Zuvor war es zum gelungenen Doppelpass mit der Alemannia gekommen, denn die suchte jemanden, der genau diesen Aspekt wissenschaftlich untersuchen könnte. Nach einem Treffen mit Vereinspräsident Dr. Hans-Martin Fröhlich stand fest, dass man die Analyse und deren Auswertung gemeinsam auf den Weg bringen wollte.

Großer Fußballfan

Trotz der organisatorischen Zusammenarbeit legt Marco Heidemann Wert darauf, dass er seine Arbeit unabhängig und nach wissenschaftlichen Kriterien umsetzen kann: „Etwas anderes würde am Institut auch gar nicht akzeptiert“, unterstreicht er. Dass er von klein an großer Fußballfan ist, macht die Sache nicht komplizierter. In Dortmund wurde er mit der dortigen Borussia sozialisiert, und nicht nur wegen der fast gleichen Farben fiel ihm nach dem Umzug nach Aachen der Schritt zur Alemannia nicht schwer. Ein Alemannia-Fan mit Herz für die Borussia.

Aber auch das spielt keine Rolle bei der Umsetzung des Themas. Der Student hat den wissenschaftlichen Apparat zur Analyse entwickelt, der jetzt auf den Aachener Fußballverein übertragen wird. Dabei hofft Marco Heidemann auf die Unterstützung der Aachener, die noch nicht einmal ausgesprochene Alemannia-Fans sein müssen. Er hat einen umfassenden Fragenkatalog entwickelt, den Teilnehmern winken schöne Preise (siehe Zusatzbox). „1000 Teilnehmer wären absolut ausreichend für eine fundierte Analyse“, sagt der angehende Wissenschaftler, der zuversichtlich ist, diese Sprunghöhe leicht zu meistern. Die aufgelisteten Fragen bilden eine Mischung aus faktischer Abfrage und emotionalem Hinterfragen.

Zum Beispiel: Welche Gründe führten zu einer Mitgliedschaft? Welches Logo gefällt am besten? Welche historischen Ereignisse und welcher Song fallen einem spontan zur Alemannia ein? Natürlich wird nach emotionalen Parametern gefragt. Und was macht den Verein zu etwas Besonderem, und spielt ein Vereinssponsoring bei der Auswahl eines Händlers eine Rolle? Maximal zehn Minuten nimmt die Beantwortung der Fragen in Anspruch, wer seine Mailadresse angibt, kann am Preisausschreiben teilnehmen.

Die Ergebnisse sammelt, analysiert und interpretiert Marco Heidemann nach einem wissenschaftlichen Schlüssel: „Diese werden am Fußball-Primus des Landes gespiegelt, dessen Werte mit 100 Prozent angesetzt werden. Die lokalen Ergebnisse werden dazu in Proporz gesetzt und endsprechende Handlungsstrategien entwickelt.“ Im November will Marco Heidemann den Master in der Tasche haben. Für Marco Heidemann ist die Arbeit getan. Für Alemannia wird sie dann beginnen.

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