Aachen: An der Alkuinrealschule formiert sich Widerstand

Aachen: An der Alkuinrealschule formiert sich Widerstand

Der Widerstand ist den Politikern gewiss. „Und er wird deutlich hörbar sein”, sagt Gesine Breuer-Väisänen. Die stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Alkuin-Realschule lässt besagte Politiker schon jetzt wissen: „Das werden wir uns nicht bieten lassen.”

Erste Schritte sind schon getan. Unter anderem ist Städteregionsrat Helmut Etschenberg eingeschaltet worden. Ebenso die Landeselternschaft der Realschulen. Nun ist Breuer-Väisänen selbst Politikerin - als CDU-Abgeordnete im Würselener Stadtrat. Ihren Parteifreunden in Aachen attestiert sie - wie auch den Grünen und der SPD - einen „ganz schlechten Stil”. Schulleiter Günter Maaßen fügt hinzu: „Wie das gelaufen ist, ist eine ganz große Unverschämtheit.”

Was die beiden und weite Teile der Schulgemeinschaft an der Alkuinstraße so aufbringt, ist die schwarz-rot-grüne Pressekonferenz vergangene Woche zur Zukunft der Aachener Schullandschaft. Dort waren Pläne zur Schließung dreier Hauptschulen und zur Gründung einer vierten Gesamtschule auf dem Kronenberg bekanntgegeben worden. Im entsprechenden Ratsantrag ist auch die Rede von einer „Anpassung” der Kapazitäten an den Realschulen. Auf Nachfrage betätigte Michael Rau (Grüne), dass hier die Alkuinschule „ein Thema” sei. Die habe laut CDU-Fraktionschef Harald Baal „die größten Probleme”.

Überdies kämen 70 Prozent der Schüler aus Würselen. Abhängig sein soll die Zukunft der Schule mit ihren derzeit 400 Schülern von den Anmeldezahlen der neuen Gesamtschule. Je nachdem, könnte aus diesen Anmeldezahlen folgen, dass die Alkuinschule schon 2011 keine neuen Schüler mehr aufnehmen wird.

Günter Maaßen ist erbost: „Was hier gesagt wird, ist schlicht nicht wahr.” Ein Drittel der Schüler kämen aus Würselen und Herzogenrath, weil die Alkuinschule von dort aus gut zu erreichen sei. Maaßen sieht seine Schule denn auch eher als „Pilotschule” für die Städteregion. In diesem Zusammenhang sei ja sogar ein Bildungsbüro gegründet und ein „ordentlicher Abschluss für alle Kinder” propagiert worden.

„Offenbar sind wir aber der Aachener Politik wegen der auswärtigen Kinder ein Dorn im Auge”, versteht Maaßen die politische Welt nicht mehr. Außerdem: Auch an anderen Aachener Schulen sei die Zahl der „Auswärtigen” hoch. Stolz verweist der Schulleiter auch auf 105 Neuanmeldungen fürs laufende Schuljahr - alleine 68 im 5. Schuljahr.

Völlig verärgert sind die Verantwortlichen zudem über die Zeitschiene. So soll die neue Gesamtschule im Dezember im Rat beschlossen werden. Im Februar sind aber erst die Anmeldetermine, bei denen sich herausstellen soll, ob die Gesamtschule gut angenommen wird und ob das Auswirkungen auf die Alkuinschule haben könnte. Im Frühjahr würde die Realschule also erst erfahren, ob sie im Sommer dichtgemacht würde. „Es würde sich doch niemand an einer Schule anmelden, von der er nicht weiß, ob sie noch existiert”, vermutet Maaßen, dass „Altern gezielt verunsichert werden sollen”.

Und in Sachen „politischer Stil”: Gemeldet habe sich von den „Herrschaften” seit jener Pressekonferenz niemand. Nur CDU-Schulpolitiker Wolfgang Boenke war vor Ort - am Montag zu einem länger vorher vereinbarten Gesprächstermin.