Nacht der Unternehmen: Amüsanter als die Suche im Netz

Nacht der Unternehmen : Amüsanter als die Suche im Netz

Die „Nacht der Unternehmen“ bringt Studierende und rund 100 Firmen aus der Aachener Region zusammen. Die Uni-Absolventen werden in manchen Branchen händeringend gesucht.

„Wir suchen dringend Software-Entwickler“, sagt Lena Bernhardt von der Firma  Soptim. Der Stand auf der 12. Aachener „Nacht der Unternehmen“ bietet die Chance, potenzielle Bewerber kennenzulernen. „Und wenn es nur einer ist, der später einen Vertrag unterschreibt, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt“, sagt Lena Bernhardt. Allein die Chance, die Firma bekannter zu machen, sei es wert, mit einem Stand vertreten zu sein. Und tatsächlich ist die „Nacht der Unternehmen“ auch für die Studenten inzwischen eine feste Größe.

„Tentakel ausstrecken“

Elena Hübbers und ihr Begleiter Andreas Behler schlendern ganz entspannt an den Ständen vorbei. „Ich war schon letztes Jahr hier“, erzählt Elena. Sie studiert Verfahrenstechnik, und obwohl sie ihr Studium noch nicht beendet hat, schaut sie sich hier schon mal nach möglichen Arbeitgebern um. Sie habe zwar schon jetzt eine Firma ganz konkret im Blick, aber dennoch strecke sie „ihre Tentakel gerne auch mal nach anderen Möglichkeiten aus“. Ebenso wie ihr Begleiter schätzt sie den direkten Kontakt zu den Firmen. Andreas Behler ist Elektrotechniker und hat schon die ersten Bewerbungen geschrieben, empfindet den Besuch der Messe am Europaplatz aber wie einen „Bonus obendrauf“.

„Sich umschauen, neue Unternehmen kennenlernen und Kontakte knüpfen: Das ist hier doch wesentlich amüsanter als die Suche im Netz“, meinen beide einvernehmlich. Und auch wenn die Aachener Uni-Absolventen den Ruf haben, „groß zu denken“ und erst einmal nach bekannten Firmen Ausschau zu halten, sind Elena Hübbers und Andreas Behler sicher, dass ein Arbeitsplatz in Aachen oder in der Region genau das Richtige für sie wäre. „Und gerade das macht die Aachener ‚Nacht der Unternehmen‘ auch aus“, betont Dr. Günter Bleimann-Gather, Vorstand der Tema Technologie Marketing AG, die die Nacht der Unternehmen nun zum 12. Mal organisiert hat. Rund 100 Unternehmen präsentieren sich im Technologiezentrum, 13 Firmen können mit Bussen besucht werden. Die Bedingung an alle teilnehmenden Unternehmen: Sie müssen aus der Region sein.

Das Konzept scheint sich zu bewähren, auch wenn die Firmen nicht immer gleich auf frisch geschlossene Arbeitsverträge verweisen können. Die Cubos Internet GmbH beispielsweise ist jedes Jahr präsent und immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. „Tester sucht jeder, Entwickler sucht jeder“, sagt Dirk Reger und bringt damit auf den Punkt, wie schwierig es für die Firmen inzwischen ist, neues Personal zu finden. Die „Nacht der Unternehmen“ hat im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen. Davon ist Oberbürgermeister Marcel Philipp überzeugt. „Die Karrierechancen in Aachen steigen, und die Leute bleiben zunehmend hier“, sagt er. Und das mache sich entsprechend auch bei den Geburtenzahlen und bei den Einschulungen bemerkbar.

Hinter Kulissen schauen

Professor Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH, schätzt jegliche Kooperation zwischen Universität und Unternehmen. „Den Studenten bietet die Messe eine gute Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und mögliche Berührungsängste abzubauen“, sagt er. Andreas Behler und Elena Hübbers kennen solche Berührungsängste offensichtlich nicht. Sie genießen den Abend und schauen sich in aller Ruhe nach neuen Firmen um und insbesondere nach Unternehmen, die interessant für sie sein könnten. Eine Vielzahl an Messebesuchern macht es ganz genauso.

Interessante Talks: Anna Küsters, Volontärin unseres Medienhauses, begrüßte RWTH-Rektor Prof. Ulrich Rüdiger zum Gespräch. Foto: Andreas Steindl

Und wem das Angebot im Technologiezentrum nicht ausreichte, der konnte mit dem Bus zu 13 weiteren Firmen fahren und gleich vor Ort prüfen, ob die ein oder andere als zukünftiger Arbeitgeber interessant sein könnte.

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