Amnesty International Aachen lädt zu Veranstaltung ein

Das Engagement darf nicht vergeblich sein

Ägypten – viele verbinden damit ein beliebtes Urlaubs- und Tauchparadies und die alte Hochkultur der Pharaonen. Wenige erinnern sich möglicherweise an den Arabischen Frühling 2011, der von Tunesien aus auch junge Menschen in Ägypten erfasste, die für Rechtstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen.

Mit Adb-al-Fattah al-Sisi ist seit 2014 wieder ein Militär Präsident des Landes. Seitdem ist es ruhig geworden um das Land am Nil. Doch was ist seitdem passiert? Darüber aufklären will eine Veranstaltung der evangelischen Stadtakademie Aachen am Mittwoch, 10. April. „Nach Arabellion nur Desillusion?“ lautet ihr Titel. Es herrsche eine repressive Stabilität in Ägypten, sagt Smail Rapic, Amnesty International Köln, der neben Leonie Craes von Misereor und Wolfgang Grenz von Amnesty International Berlin zu dem Thema referieren wird. Auf dem Sinai komme es immer noch zu Kämpfen zwischen der Armee und terroristischen Organisationen.

Die Verweigerung von medizinischer Versorgung und tagelange Einzelhaft seien weitere Mittel, bei Frauen sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung. Fälle, die auch Ingeborg Heck-Böckler aus ihrer Beratung kennt. Gemeinsam mit der Seelsorge für Geflüchtete des Bistums Aachen richtete sie ein Projekt für betroffene Frauen ein. Gleichzeitig bemühe sich die Regierung al-Sisi um gute Beziehungen zu westlichen Staaten, gilt inzwischen wieder als wichtiger Vermittler in der Nahost-Frage.

„Wir dürfen uns nicht damit bequemen, dass jetzt Ruhe ist“, unterstreicht Uwe Beyer, bei der evangelischen Stadtakademie verantwortlich für das Veranstaltungsprogramm. Es gelte, die jungen Menschen, die damals für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind und die jetzt wieder in einem repressiven System lebten, nicht allein zu lassen. (kaa)

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