Am Sonntag beginnt in der Immanuelkirche die ökumenische Friedenswoche

Ökumenische Friedenswoche beginnt : Das Friedenskreuz im Mittelpunkt

Am Sonntag beginnt in der Immanuelkirche die ökumenische Friedenswoche. Die Friedenswoche steht unter dem Motto „So geht Versöhnung“.

„Versöhnung und Frieden heute bedeutet, die Zeitung in der einen und die Bibel in der anderen Hand zu halten“. Redmer Studemund ist Pfarrer in der Evangelischen Immanuelkirche in Burtscheid und beschäftigt sich oft mit der Frage, was Frieden für uns heute bedeutet – kirchlich und gesellschaftlich. Unter dem Motto „So geht Versöhnung“ lädt er nun gemeinsam mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gregor von Burtscheid und der Internationalen Friedensbewegung Pax Christi zur ökumenischen Friedenswoche ein, die noch bis zum kommenden Sonntag, 24. November, läuft.

Im Mittelpunkt stehen soll das Aachener Friedenskreuz, das in dieser Woche in der Immanuelkirche an der Siegelallee ausgestellt wird. Das historische Holzkreuz wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Symbol für die Versöhnung erstellt und ist bis heute als Mahnung für Frieden, Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung unterwegs.

Zeichen des Friedenswillens

Seit 1947 wurde das Aachener Friedenskreuz an zahlreiche Gedenk- und Mahnstätten getragen. Es war Ausgangs- und Mittelpunkt für zahllose Gebete, Gottesdienste und Versammlungen.

Der ursprüngliche Gedanke Krefelder Kriegsheimkehrer, ein Zeichen der Buße und des Willens der Versöhnung zu setzen, weitete sich über die Jahre über die Grenzen der Aachener Diözese hinaus aus. Es wurde zum konfessionsübergreifenden Zeichen des Friedenswillens, das über die Stadt hinaus wahrgenommen wurde. In den 1980er Jahren nutzte die christliche Friedensbewegung Pax Christi das Aachener Friedenskreuz vermehrt, nicht nur um ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen. Es sollte zusätzlich für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung stehen. Getragen von bis zu sechs Personen durch ein fest installiertes Tragekonstrukt, reiste das Kreuz mit dem Abbild des leidenden Jesus sogar mit dem Schiff von Rotterdam nach Basel, sowie bis nach Rom in den Petersdom oder 2018 sogar in den Hambacher Forst.

Mitorganisatorin Mechthild Jansen von der Pfarre St. Gregor von Burtscheid hat das Kreuz schon häufiger begleitet. Für sie geht Versöhnung mit Gerechtigkeit einher. „Der päpstliche Auftrag von 1950 lautete damals, das Kreuz solle überall hingetragen werden, wo der Friede in Gefahr ist. Wir müssen uns also heute zeitgemäß fragen: Wo kann es heute Zeichen setzen?“. Konflikte seien nicht nur in Kriegen zu finden, sondern auch in unserer Gesellschaft, in der Klimapolitik oder auch auf sozialer Ebene. So führten Wallfahrten in den vergangenen Jahren zusätzlich in Kasernen, zu Raketenstationen oder in Tagebaue. Die ökumenische Dimension wuchs zunehmend.

Ursprung in Jugend und Bildung

In der ökumenischen Friedenswoche soll nun abermals die Frage gestellt werden: Was heißt Frieden in der Welt, und was kann man dafür tun? Moritz Weißer von Pax Christi sieht unter anderem den Ursprung in der Jugend und der Bildung. „Wir wollen vermitteln, dass bereits kleine Gesten große Wirkung zeigen. Jeder kann etwas im Alltag leisten. Das Ziel ist, jungen Menschen zu zeigen wie.“. Verschiedene Schulklassen aus der Umgebung werden in der kommenden Woche die Immanuelkirche besuchen, um die Themen Frieden und Versöhnung zu bearbeiten.

Für alle anderen besteht die herzliche Einladung zu den öffentlichen Abendveranstaltungen. Montagabend machte der Journalist Thomas Hohenschue den Auftakt mit einem Vortrag zur „Geschichte des Aachener Friedenskreuzes“. Außerdem gibt es einen ökumenischen Gottesdienst am Buß- und Bettag sowie ein politisches Nachtgebet mit Berichten aus der Versöhnungsarbeit durch Freiwillige von Pax Christi. Vor und nach den Veranstaltungen gibt es Gelegenheit, persönliche Friedensbitten vor das Kreuz zu tragen.

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