Laurensberg: Am Klinikum „hängt et Herrjöttche wieder“

Laurensberg: Am Klinikum „hängt et Herrjöttche wieder“

Am Schneebergweg an der Einmündung des Steinbergwegs „hängt et Herrjöttche wieder“. So formulierte es der Laurensberger Bezirksbürgermeister Alexander Gilson anlässlich der Einweihung des neuen Korpus für das Kreuz am Klinikum. „Wegekreuze sind in unserer Region kaum noch an original Standorten erhalten.

Umso mehr freut es uns, dass wir hier nun einen Ersatzkorpus präsentieren können“, sagte Dietmar Kottmann, Vorsitzender der Laurensberger Heimatfreunde.

Der entwendete originale Korpus von 1769 stammte aus dem Karmelitinnen-Kloster mit der Theresien-Kirche in der mittleren Pontstraße. Zunächst blieb die fast lebensgroße Christusfigur im Besitz der Schwestern, die dort unter der Bezeichnung „Josephinum“ eine caritative Einrichtung betrieben. Diese wurde um 1900 zu den Klinischen Anstalten in der Goethestraße verlegt.

Um 1984 wiederum zogen sie mit den Klinischen Anstalten zum Gelände des heutigen Universitätsklinikums um. Das wertvolle Kreuz war an seinem Standort am Schneebergweg praktisch unbewacht und unbeobachtet und so wurde der Korpus geklaut. Das Bild des leeren, geschändeten Wegekreuzes mit dem zurückgelassenen Nimbus der gestohlenen Christusfigur, war für die die Heimatfreunde Laurensberg ein unerträglicher Anblick. Deshalb sorgten sie für einen Ersatzkorpus. Pfarrer Bernd Schmitz vom Philipp Neri Oratorium an St. Sebastian Hörn segnete das Wegekreuz ein.

Von einem als Leihgabe zur Verfügung gestellten Holzkorpus fertigte Frater Leo vom Kloster Benediktusberg in Vaals-Mamelis als Abguss einen neuen Korpus an. Die Bezirksvertretung Laurensberg bewilligte den finanziellen Hauptanteil. „Seit der Spätantike ist für die Christen aller Konfessionen das Kreuz Symbol ihres Glaubens. In der durch die christliche Kultur geprägten Landschaften gehören Wegkreuze und Bildstöcke zu unserem kulturellen Erbe. Gleichzeitig ist das Kreuz Zeichen des Anstoßes. Ich wünsche mir, dass der Ort viele Menschen einlädt, ihre Last beim Gekreuzigten abzulegen“, so Pfarrer Schmitz.

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