Am Freitag beginnt der CHIO 2019 in Aachen in der Soers

CHIO 2019 : Diesmal wird sogar virtuell geritten

Wer sich mit der Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke hoch zu Ross messen will, der sollte im Normalfall jahrelange Reiterfahrung mitbringen. Mindestens. Schließlich gehören zu den Erfolgen der gebürtigen Münsteranerin unter anderem mehrere Olympiamedaillen.

Auch beim Weltfest des Pferdesports, dem CHIO in Aachen, ist Reitmeisterin Ingrid Klimke ein gern gesehener Gast. Dieses Jahr dürfte sie besonders viele Konkurrenten haben. Konkurrenten, von denen einige zwar keine Reitstiefel tragen, dafür aber eine Virtual-Reality-Brille auf der Nase haben werden. In einem Reitsimulator können ab nächster Woche auf dem CHIO-Gelände erstmals auch reguläre Besucher einen Teil der Geländestrecke des SAP Cups absolvieren. Zumindest in der virtuellen Welt. Ingrid Klimke wird die Strecke vorab mit dem Simulator „reiten“ und eine Zeit vorgeben, wie Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH am Montag bei einer letzten Pressekonferenz vorm Turnierstart am Freitag berichtet. „Das hat nichts mit Bullenreiten zu tun“, verspricht Mronz.

Der Reitsimulator ist nur ein Beispiel dafür, wie der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) versucht, das Reitturnier permanent weiterzuentwickeln. Und dazu gehört selbstverständlich auch das digitale Angebot, wie Mronz ausführt. Die Blogger- und Influencer-Szene habe sich in der Soers längst etabliert, und auch die CHIO-App fürs Smartphone sei jüngst einer Auffrischungskur unterzogen worden.

Doch neben all diesen Neuerungen bleibt das alljährliche Reitturnier vor allem auch ein Ort, an dem die Aachener (und natürlich auch zahlreiche Besucher von außerhalb) immer wieder gerne zusammenkommen. So seien es vor allem auch die vielen Gespräche, auf die sich Oberbürgermeister Marcel Philipp freut. Der Satz „Wir sehen uns beim Turnier“ habe sich längst etabliert. „Das Turnier ist auch immer ein Familientreffen und ein Treffpunkt für Freunde“, so Philipp.

Ebenfalls bestens etabliert sind die engen Beziehungen Aachens zum Nachbarland Frankreich. Dass Frankreich dieses Jahr das Partnerland des CHIO ist, freut OB Philipp deshalb ganz besonders. Die enge Partnerschaft werde „durch die Rolle Frankreichs beim CHIO gekrönt“. Auch Turnierdirektor Frank Kemperman bezeichnet die Kontakte nach Frankreich als „hervorragend“. Beim CHIO werden die Franzosen nicht nur für „Musik und gutes Essen“ sorgen. Sie reisten zudem noch mit insgesamt 170 Pferden an. „So viele Pferde hatte noch nie ein Partnerland dabei“, so Kemperman. Zum Vergleich: Insgesamt werden 958 Pferde in der Soers erwartet, davon 577 Turnierpferde.

Einen Vorgeschmack auf das französische Flair in Aachen gibt es am Montag, 15. Juli, um 18 Uhr beim Empfang des Partnerlandes auf dem Markt. Zur Eröffnungsfeier am darauffolgenden Dienstag, 16. Juli, haben sich nach Veranstalterangaben unter anderem die „Garde républicaine“ und der „Cadre Noir“, die berühmteste französische Reitschule, angesagt.

Bis zum 21. Juli werden in der Soers nicht nur jede Menge Spitzensportler, sondern auch wieder Hunderttausende Besucher erwartet. Die Veranstalter hoffen, dass viele von ihnen dem Urteil von Carl Meulenbergh, Präsident des ALRV, zustimmen würden: „Für den CHIO gibt es keinen besseren Ort auf der Welt als Aachen.“

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