Aachen: Am Einhard-Gymnasium wird mit Hochdruck energetisch saniert

Aachen : Am Einhard-Gymnasium wird mit Hochdruck energetisch saniert

Donnerstagmorgen, halb zehn. Die Temperaturen marschieren schon charmant auf die 30-Grad-Marke zu. Oben auf dem Dach des Einhard-Gymnasiums herrschen gefühlte 100 Grad. Schatten? Fehlanzeige. Die Männer, die hier auf dem Dach arbeiten, müssen einiges aushalten. Und doch sagt Projektleiterin Brigitte Schuhe vom städtischen Gebäudemanagement ziemlich zufrieden: „Wir haben bisher Spitzenwetter für die Baustelle.“

An dem Burtscheider Gymnasium, aktuell Aachens größte Schulbaustelle, wird in diesen Sommerferien unter anderem ein großes Stück Dach neu eingedeckt. Da ist das trockene Wetter Gold wert. Und deshalb hofft Bastian Püllen, dass es noch zehn Tage einigermaßen trocken bleibt: „Dann haben wir das Dach dicht.“ Püllen vertritt als Bauleiter das Aachener Büro pbs architekten, das den Umbau geplant hat. Und wenn die Sommerferien bisher verregnet wären? „Dann hätten wir ein Problem gehabt“, sagt Püllen ehrlich.

Die Schule an der Robert-Schuman-Straße ist jetzt 45 Jahre alt. Eine umfassende energetische Sanierung ist dringend nötig. Dach, Fassaden und Fenster müssen erneuert werden. Die Arbeiten sollen in mehreren Etappen, vor allem in den Ferienzeiten, über die Bühne gehen und bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Die Kosten sind nach derzeitigem Stand auf rund 6,1 Millionen Euro veranschlagt. Rund 4,4 Millionen Euro davon kommen als Fördermittel aus dem Konjunkturpaket III der Bundesregierung. Und auch deshalb eilt die Sache. Denn die Fördermittel müssen bis spätestens Ende 2020 abgerechnet sein.

Jetzt in den Sommerferien wird nicht nur viel Dach runderneuert. Die Hälfte der Fensterflächen am Hauptgebäude wird ausgetauscht, erläutert Bastian Püllen. Das ist auch dringend nötig, denn viele Fenster ließen sich längst nicht mehr richtig öffnen oder schließen. Auch am Verwaltungstrakt haben die Arbeiten begonnen. Damit man aufs Tempo drücken kann, hatte das Gymnasium diese Bereiche bereits zwei Wochen vor Schuljahresende geräumt und war in Ausweichstandorte gezogen.

Die neuen Fensterelemente dürften sich sehr positiv auf das Klassenklima auswirken. Die Räume bekommen modernen Sonnenschutz an die Fenster, der auch wirklich die Sonne abhält. Und jede Klasse bekommt ein eigenes Lüftungsgerät verpasst, das für Frischluft sorgt. „Das ist keine Klimaanlage“, betont Projektleiterin Schuh. Aber in künftigen Sommern sollen diese Geräte nachts kühle Luft ins Gebäude lenken. In anderen Gebäuden macht die Stadt mit der Technik gute Erfahrungen.

Warten auf die Fluchttreppe

Gerne hätte man in diesen Sommerferien zur Straße hin auch schon die neue Vorhangfassade montieren lassen. „Wir haben das Gewerk zwei Mal ausgeschrieben“, berichtet Schuh, „aber keine einzige Firma hat Interesse gezeigt.“ Für die Stadt ist einigermaßen ärgerlich, auch weil das Gerüst nun irgendwann ein zweites Mal aufgebaut werden muss, was die Kosten hochtreibt. Die Arbeiten werden demnächst erneut ausgeschrieben. Und vielleicht findet sich dann eine Firma, die die Fassade anbringt. Die großen Betonplatten, die auf eine Aluminium-Unterkonstruktion montiert werden, sind übrigens mit Glasfaser bewehrt und nur 13 Millimeter dick, erläutert Bastian Püllen: „Das ist ein ganz innovatives Material.“

Auch die neue Fluchttreppe sollte eigentlich schon in den Sommerferien montiert werden. Aber es fand sich zunächst kein Schlosser, der die Treppe bauen wollte. „Die Treppe soll jetzt in den Herbstferien kommen“, sagt die Projektleiterin.

Und während draußen ein großer Kran gewaltige Pakete mit Dämmmaterial aufs Dach wuchtet, bekommt man innen im Foyer eine kleine Ahnung davon, wie das wäre, wenn die Sommerferien bisher ins Wasser gefallen wären. Der Regenschauer am Mittwochabend wirkt am nächsten Morgen noch nach. Durch das geöffnete Flachdach tropft es langsam, aber stetig in mehrere bereitgestellte Eimer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Keine Sommerferien für das Aachener Einhard-Gymnasium

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