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Am 12. Juni beginnt die 6. Chorbiennale in Aachen

6. Internationale Chorbiennale : Nordische Klänge sollen nicht nur die Aachener verzücken

Liebhaber der Chormusik sollten spätestens jetzt ihren Kalender zücken: Am Mittwoch, 12. Juni, beginnt die 6. Internationale Chorbiennale. Unter dem Motto „Nordklang“ stehen dann vor allem skandinavisch-baltische Töne im Mittelpunkt.

Christopher Ward wird seinen Terminkalender im Smartphone in den nächsten Wochen wohl noch genau überprüfen. Auch wenn der Aachener Generalmusikdirektor des Theaters Aachen naturgemäß schwer beschäftigt ist, will er es sich nicht nehmen lassen, sich in den kommenden zwei Wochen auch mal gemütlich zurückzulehnen und einfach nur die Musik zu genießen. Und wenn es nur für eine Stunde im eng getakteten Terminplan ist. Schließlich ist es das erste Mal, dass der Engländer die Internationale Chorbiennale in Aachen miterlebt. Nicht nur für den passionierten Liebhaber des Chorgesangs wird das Festival ein ganz besonderer Höhepunkt im Eventkalender der Stadt sein.

Elf Tage, 32 Konzerte, 90 Chöre und rund 1800 Sängerinnen und Sänger aus Aachen, der Region und darüber hinaus: Das Programm, mit dem die 6. Chorbiennale vom 12. bis 22. Juni aufwartet, kann sich sehen lassen. Alle zwei Jahre kommen in Aachen seit 2009 internationale Spitzenchöre mit regionalen Laienchören zusammen, um auf hohem Niveau ihre Freude an der Musik zu teilen. Veranstaltet wird das Festival vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen und dem Stadttheater Aachen in enger Kooperation mit den fünf Aachener Initiativchören – Bach Vokal, Madrigalchor Aachen, Carmina Mundi, Der Junge Chor und Aachener Kammerchor. Es ist ein Format, das in dieser Form deutschlandweit einzigartig sei, betont Harald Nickoll als Leiter des Kammerchors Carmina Mundi am Donnerstag bei einem Pressegespräch kurz vor dem Start der Biennale.

Dieses Jahr richtet sich der Blick nach Norden: Unter dem Motto „Nordklang“ werden skandinavisch-baltische Töne in Aachen erklingen, Klänge, die man hierzulande laut Nickoll nur selten hört. Er verspricht: „Fürs Publikum wird es nicht langweilig.“

Davon geht auch Ward aus. „Das Niveau ist hervorragend“, sagt der Generalmusikdirektor, der dabei besonders gespannt auf die chorsinfonischen Konzerte „Im Meerestreiben“ am 16. und 17. Juni im Eurogress blickt. Bei seinem Chorbiennale-Debüt wird Ward an zwei Abenden das bombastische Werk „A Sea Symphony“ des britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams dirigieren – mit insgesamt neun Chören, davon drei Gastchöre. Die Arbeit mit den Amateursängern macht ihm sichtlich Spaß. „Der Klang hat etwas Ehrliches, das ist nichts Poliertes, sondern reines Gefühl und Begeisterung.“ Für ihn steht fest: „Es gibt nichts Natürlicheres, als mit dem eigenen Körper zu musizieren.“

Neben Konzerten der „Crème de la crème“ der internationalen Chorszene bietet das Festival vor allem auch ein Abbild der hiesigen Chorlandschaft – und die kann sich nach Ansicht der Veranstalter absolut sehen lassen. Das wird nicht zuletzt die Lange Chornacht, mit der das Festival am 22. Juni endet, eindrucksvoll unter Beweis stellen. Insgesamt 90 Chöre werden von 17 bis 24 Uhr in ganz Aachen ihre Stimmen erheben. Weil es so viele Anmeldungen gab, habe man auf insgesamt acht Aufführungsorte zurückgreifen müssen, erläutert Ansgar Menze, Künstlerischer Produktionsleiter der Chorbiennale. Eine besondere Herausforderung. Um Mitternacht sollen dann auf dem Markt wieder Tausende Aachener gemeinsam mit den Chören singen.

„Aachen ist als Chorstadt weltbekannt“, sagt Nickoll nicht ohne Stolz. Nur leider treffe das (noch) nicht auf die Chorbiennale selbst zu. Fritz ter Wey (Der Junge Chor) bezeichnet diesen Umstand als „das Wasser im Wein“. „Das ist jammerschade“, sagt er. Doch das werde sich in den nächsten zehn Jahren Chorbiennale hoffentlich noch ändern.