Aachen: Altes Horten-Haus: Bald bis zu 150 Loft-Wohnungen

Aachen: Altes Horten-Haus: Bald bis zu 150 Loft-Wohnungen

Das Modehaus lässt die Hüllen fallen. Die heiße Phase beginnt Mitte 2017. Dann zieht „Lust for Life“ aus. Und der Eigentümer — die Aachener Projektentwicklungsgesellschaft Landmarken AG mit ihren Vorständen Norbert Hermanns und Jens Kreiterling — „entkleidet“ das riesige Gebäude bis auf die Grundmauern.

Beide verrieten am Donnerstag das lange gehütete Geheimnis. „Wir werden über 7000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche zurückbauen, was für Aachen wohl beispiellos ist, und bis zu 150 hochwertige Loft-Apartments mit bis zu vier Meter hohen Räumen errichten“, erklärt Hermanns.

Neues Antlitz: Motel One empfindet mit vertikalen Schwertern die Struktur der Elysée-Fassade nach. Konzept: Gatermann + Schossig Architekten

Die Außenhülle wird „aufgeschlitzt“, Lichthöfe lassen Sonnenstrahlen ins Innere des 18.000 Quadratmeter großen ehemaligen Horten-Hauses vordringen. Nur die Thermalwasserquelle unter dem Haus steht unter Denkmalschutz. Erdgeschoss und 1. Etage bleiben für Einzelhandel. „Hier verhandeln wir jetzt mit Handelspartnern, die eine starke Zugkraft versprechen“, erläutert Kreiterling.

Altbauten: Die Kinofassade und Nachbarhäuser — außer die epochale Bankfassade links — fallen der Abrissbirne zum Opfer. Foto: Jaspers

Spätestens Anfang 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Damit wird — auch angesichts des nebenan entstehenden Büchel-Quartiers — eine erhebliche Aufwertung des ganzen Viertels einhergehen. „Unseren Namen Landmarken verstehen wir als Verpflichtung. Wir denken immer über das einzelne Bauwerk hinaus. Es geht darum, positive Impulse zu setzen, die tatsächlich weiterreichen — und positive Akzente in der Stadtentwicklung setzen“, sagt Hermanns.

Nachhaltigkeit ist somit keine Worthülse. Allein am Büchel und im Ex-Horten-Haus entstehe Wohnraum für bis zu 650 Menschen — im umgebauten Kaufhaus denkt man übrigens vor allem an Single-Haushalte. „Wir schaffen dort neue Treffpunkte, das belebt auch das Umfeld spürbar“, sagt Kreiterling. „Davon profitieren alle.“

Eine hohe zweistellige Millionensumme investieren Hermanns und Kreiterling mit der Landmarken AG auch ein paar hundert Meter weiter. Vor dem Theaterplatz beginnen die Abrissarbeiten am Kapuzinergraben noch in diesem Jahr. Erst wird das ehemalige Elysée-Kino (später Elysee-Tanzpalast) dem Erdboden gleichgemacht.

Dann wächst dort bis Ende 2018 ein Motel One mit rund 260 Zimmern. „Ein Designer-Hotel, unglaublich erfolgreich, günstige Zimmer“, sagt Kreiterling. Links daneben bleiben nur die Fassade des ehemaligen Bankgebäudes aus dem Jahr 1913 und einige zentrale historische Gebäudeteile stehen. Der Rest des Gebäudekomplexes bis zur Elisabethstraße wird ebenfalls abgerissen.

Am Freitag, 23. September (14 bis 18 Uhr), sowie Samstag und Sonntag (jeweils 10 bis 18 Uhr) öffnen die Projektentwickler die seit Jahren verschlossenen Türen des Prunkbaus im Rahmen der Aktionstage „Aachen 2025 — digitalen Wandel erleben“ für alle Interessierten. Denn hier sollen tatsächlich die Büros der Zukunft entstehen. „Wir kombinieren historische Gemäuer mit modernster Innenarchitektur: State of the Art, der Stand der Kunst — das Beste, was geht“, sagt Hermanns. Vor dem Theaterplatz könnte sich Hermanns übrigens eine erweiterte Fußgängerzone mit großer Außengastronomie vorstellen, auf der dann nur noch Busse rollen dürfen.

In Teile des Neubaus wollen die Vorstände dann mit der Landmarken AG und 55 Mitarbeitern selbst einziehen. Für ihre Büros in den Karmeliter Höfen gibt es schon Interessenten. Auch hier heißt es also bald: ausziehen.

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