Aachen: Alternative Fußballmeisterschaft: Die Piranhas schnappen sich den Titel

Aachen: Alternative Fußballmeisterschaft: Die Piranhas schnappen sich den Titel

Mit fantasievolle Namen wie „Partysahne”, „Laufen solln die anderen” oder „Frisch-Auf Bölkstoff” ist die Teilnahmeliste der Deutschen Alternativen Fußballmeisterschaft (DAM) eine unterhaltsame Lektüre. Am Wochenende haben sich Freizeitkicker aus ganz Deutschland getroffen, um im Dreiländereck in Lemiers aus 32 teilnehmenden Teams ihren Meister zu ermitteln.

Alternativ ist dieser Fußball, weil die einzelnen Mannschaften nicht in Vereinen organisiert sind. Ansonsten wird nach den offiziellen Regeln gespielt - allerdings ohne Schiedsrichter. „Fairplay steht so per se im Vordergrund, weil jeder Spieler sein Foul meist direkt selbst anzeigt”, sagt Ralph Karges von der Aachener Mannschaft „Kullen Nullen”, die in diesem Jahr die DAM ausgerichtet haben.

Insgesamt 62 Freizeitmannschaften ohne Vereinsmitgliedschaft haben sich in Aachen in der sogenannten Bunten Liga selbst organisiert. Auf diversen Turnieren wird auch ein Jahressieger ermittelt - auf- oder absteigen können die Mannschaften aber nicht.

Um an der DAM teilnehmen zu dürfen, müssen die Fußballer aber mehr als nur den Ball beherrschen. Mit kreativen Bewerbungen versuchen die Mannschaften, die Veranstalter von sich zu überzeugen. „Wir haben da ganz wilde Sachen bekommen. Eine Mannschaft hat sich per Video mit einem australischen Stammestanz beworben, und eine andere hat einen Traumfänger aus Fußball-Utensilien gebastelt”, erzählt Mit-Organisator Ralph Karges.

Bei der DAM stehe eben nicht nur Sport und Gewinnen, sondern auch Feiern und Zusammensein mit Freunden im Mittelpunkt. Schließlich verbringen die Teilnehmer das komplette Pfingstwochenende auf dem Sportgelände, viele zelten gleich neben einem der drei Fußballplätze. Rund ums Geschehen auf dem Platz gibt es Programm für die Kinder, und abends wird im Festzelt mit Live-Musik oder DJ kräftig gefeiert. „Bei der DAM herrscht einfach immer eine besondere Atmosphäre, die Spieler aus ganz Deutschland kennen sich meist von den Vorjahren und freuen sich sehr auf das Wiedersehen”, so Ralph Karges.

Um diese besondere Stimmung wieder einmal nach Aachen zu holen, sind die „Kullen Nullen” als Veranstalter freiwillig eingesprungen. Denn eigentlich muss immer der Vorjahressieger das Turnier ausrichten. Da die Meisterschaft mit den 32 Mannschaften nur auf einer großen Anlage realisiert werden kann, wurde der Kontakt geknüpft zu dem niederländischen Verein „Rood Groen LVC” in Lemiers.

„Die Leute von „Rood Groen” haben uns zum Glück unheimlich unterstützt”, ist Rallph Karges froh über die Hilfe bei den Vorbereitungen. Im nächsten Jahr ist dann wieder eine Regensburger Mannschaft in der Gastgeber-Pflicht, denn wie bereits im Vorjahr haben sich die „Piranhas” im Finale gegen „Sturmbühne RAF” durchgesetzt. Den dritten Platz belegten die „Roten-Hosen” aus Ost-Berlin.

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