Aachen-Brand: Aller guten Dinge sind drei: Hertha verteidigt den Titel

Aachen-Brand: Aller guten Dinge sind drei: Hertha verteidigt den Titel

Es war überaus spannend, taktisch hochklassig, mit zwei Mannschaften, die sich 90 Minuten lang auf Augenhöhe und sehr fair begegneten, und es waren - zumindest für den TSV Hertha Walheim - letztendlich aller guten Dinge drei.

Der Reihe nach: Lange Zeit sah es auf dem Kunstrasenplatz am Wolferskaul so aus, als könnte der Eilendorfer Bezirksligist den Favoriten nicht nur ärgern, sondern sich für die Endspielniederlage 2008 revanchieren.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase und einem leichten Walheimer Übergewicht Mitte der ersten Halbzeit, wurden die Eilendorfer ihrerseits mutiger - und erzielten in der 34. Minute die Führung. Steffen Herzog zog mit einem platzierten Flachschuss einfach mal ab, Hertha-Torwart Thomas Schott hatte keine Chance.

Nach dem Seitenwechsel ging es Schlag auf Schlag: Ein Freistoß an die Latte von Heinz Putzier gab das Signal zur Aufholjagd, die Ex-Alemanne Marco Lochen in der 52. Minute mit dem 1:1-Ausgleich belohnte. Im direkten Gegenzug wurde den Eilendorfern ein Tor wegen vermeintlicher Abseitsstellung verwehrt. Beeindrucken ließ sich der SVE davon nicht.

Nach einem 25-Meter-Kracher von Lukas Klein-Brömlage, der zum besten Spieler des Turniers gewählt und von Bürgermeister Björn Jansen ausgezeichnet wurde, staubte Ren Horbach in der 62. Minute per Kopf zum 2:1 ab. Die meisten der etwa 400 Zuschauer waren begeistert, sie hielten zum Außenseiter.

Die Freude währte jedoch nur acht Minuten, bis Hertha-Kapitän Heinz Putzier vom linken Strafraumeck spektakulär abzog und den Eilendorfer Traum von der Revanche zu zerstören begann. Kurz vor Schluss hatte Lochen das 3:2 auf dem Fuß, konnte den Ball jedoch nicht richtig kontrollieren.

So ging es ins Elfmeterschießen, bei dem allen drei Eilendorfer Schützen die Nerven versagten. Als Marvin Brauweiler den entscheidenden Schuss verwandelte, kannte der Jubel des Walheimer (Serien-)Siegers keine Grenzen mehr. Braun schwor seine Kicker mit einem gemeinsamen Tanz auf weitere Großtaten ein: „So ein Spiel, der doppelte Rückstand, dieser Kampf, das alles kann uns Auftrieb für die neue Saison geben”, blickte er schon auf die kommende Landesliga-Spielzeit. Eilendorf-Trainer Achim Rodtheut fasste das Endspiel so zusammen: „Der Glücklichere hat nicht unverdient gewonnen.”

Die Fußball-Stadtmeisterschaft 2010 ist nun also Geschichte und der Ausrichter mit den vergangenen zwei Wochen mehr als zufrieden: „Ohne zu übertreiben: Die Rückmeldungen waren durchweg positiv”, resümierte Raspo-Organisator Martin Reski.

Es gab in 40 Spielen nur zwei Platzverweise, dafür aber viele Überraschungen - vor allem durch Yurdumspur, das bis ins Halbfinale stürmte und natürlich durch die Eilendorfer, die auf ihrem Weg ins Endspiel unter anderem Westwacht Aachen und Richterich ausgeschaltet hatten.

Und auch Kurioses gehörte zur diesjährigen Stadtmeisterschaft: Zwei von vier Vorrundengruppen mussten aufgrund von Punkt- und Torgleichheit per Münzwurf entschieden werden.

Sogar das Finale hatte eine witzige Randgeschichte: Sowohl Walheimer als auch Eilendorfer trugen beim Aufwärmen zunächst schwarze Stutzen, was dem Schiedsrichtergespann nicht gefiel. Raspo, der Gastgeber, lieh den Eilendorfern weiße Stutzen. Glück brachten diese aber nur 69 Minuten lang...

Es scheint, als gebe es neben der Hertha mit Raspo Brand einen zweiten verdienten Gewinner der diesjährigen Fußballstadtmeisterschaft. „Ja”, sagt Martin Reski, „dieses Turnier war sehr förderlich für unser Image.”