Aachen: Alemannias neuer Trainer Michael Krüger stellt sich den Medien

Aachen: Alemannias neuer Trainer Michael Krüger stellt sich den Medien

Der Medienraum im neuen Tivoli ist voll wie selten zuvor. Dabei interessieren die Infos zum heutigen Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt maximal in zweiter Linie, denn der neue Coach gibt seine Visitenkarte ab. Michael Krüger ist da.

Gemeinsam mit Sportdirektor Andreas Bornemann betritt er den Raum, verhält kurz und lässt das erste Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Nicht in Zwirn gezwängt, sondern in legerer Trainingskleidung.

Seine erste Pressekonferenz an neuer Arbeitsstätte meistert er mit großer Gelassenheit. Was nicht groß verwundern kann, denn sein erster Eindruck von Aachen war nicht ohne - er wurde am Montag während einer Bombendrohung von Alemannias Pressesprecher Thorsten Pracht abgeholt.

„Das fängt ja gut hier an”, meinte er mit seinem typischen trockenen Humor und ergänzte bezeichnenderweise: „Was meinen Sie, wie viele Rebellen ich im Sudan kennengelernt habe...” Die Nerven hatte er kurz vor seiner Eigenpräsentation bei den entscheidenden Gremien offensichtlich bestens im Griff.

Nicht nur dieser Umstand hat möglicherweise den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben. Krüger erzählt den Medien von sich, dass er jetzt schnell hier eine Wohnung sucht, aber am Montag schon mit einem Koffer angereist ist.

Seine Gattin hat er zu Hause in Neustadt am Rübenberge gelassen. Das liegt am Steinhuder Meer. „Die Familie ist nie mit umgezogen. In den Sudan schon gar nicht”, plaudert er ein wenig aus dem Privatleben.

Inzwischen seien die Kinder groß und studierten. Und seine Frau sei selbst berufstätig, kümmere sich um die Eltern. „Und dann haben wir da auch noch den altersschwachen Hund.”

Der Mann hinterlässt einen sympathischen Eindruck. Den wird er in absehbarer Zeit bestätigen müssen, denn die Fans wollen nicht lange warten, bevor sie den Trainer einladen. Die IG will ihn zu einer der nächsten Versammlungen holen, damit er dort etwas von seiner Fußball-Philosophie vermitteln kann.

„Aber im Grunde handelt es sich doch wie bei Seeberger um einen No-Name-Trainer”, schätzt Dirk Heinhuis, Sprecher der organisierten Fans, die Entscheidung ein.

Er kritisiert, dass die Findungskommission aus Bornemann und Geschäftsführer Frithjof Kraemer „ihren eigenen Ansprüchen” nicht gerecht worden sei. Einen erfahrenen Zweitliga-Trainer habe man jedenfalls nicht verpflichtet.

Ein Scheitern Krügers sei auch ein Scheitern der Findungskommission. Aber: „Der neue Coach hat bei den Fans erst einmal die gleichen Chancen wie alle seine Vorgänger.”

Von der Pressekonferenz aus nimmt Michael Krüger dann erstmals das neue Stadion in Augenschein. Er nickt anerkennend und sagt nur ein Wort: „Geil!”

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