Aachen: Alemannia: Ziel für Rettung in Sichtweite

Aachen: Alemannia: Ziel für Rettung in Sichtweite

Am 4. Februar nimmt die Alemannia wieder den Kampf gegen den Abstieg auf. Sportlich. Schon heute geht es weiter mit der anderen Rettungsaktion - der finanziellen.

Der Stadtrat wird sich in nicht-öffentlicher Sitzung auf den neuesten Stand der Verhandlungen bringen lassen. Die Verwaltungsspitze hat eine Zusammenfassung erarbeitet. Ein Kernpunkt der Ausführungen: Die bisherigen konstruktiven Verhandlungen haben fast ans Ziel geführt. Aber eben nur fast.

Nach AZ-Informationen beträgt die Lücke zwischen dem, was man beim Drücken der jährlichen Kosten erreichen muss, und dem, was man bisher erreicht hat, 200.000 Euro. Das klingt nicht nach viel. Schließlich musste die Gesamt-Kostenbelastung des Klubs von über fünf auf knapp unter zwei Millionen Euro pro Jahr gedrückt werden. Derzeit ist man bei knapp über zwei Millionen. Damit ist die sichere Seite jedoch noch nicht erreicht.

Alles in allem geht es darum, eine Umschuldung der Verbindlichkeiten für den Stadionneubau zu erreichen. Und zwar dergestalt, dass mit Hilfe der Stadt zinsgünstige Kommunalkredite aufgenommen werden können, die deutlich preiswerter sind als die bisherigen Schulden. Für den größten Batzen der verbliebenen 45 Millionen Euro an Darlehen liegt die Lösung auf dem Tisch, bei einem kleineren Teil gibt es noch eine Baustelle.

Auf der anderen Seite hängt das Damoklesschwert der Insolvenz. Dann würden die Gläubiger weit mehr verlieren als ein paar Prozentpunkte beim Zinssatz. Was auch für Land und Stadt gilt, die Alemannia Millionenbürgschaften gegeben haben - von anderen Einnahmen der Stadt wie der Erbpacht für das Grundstück ganz abgesehen. Das Land hat dem Vernehmen nach einer deutlichen Verlängerung seiner Bürgschaft von deutlich über 20 Millionen Euro bereits zugestimmt.

Entschieden wird heute Abend im Stadtrat nichts. Und auch im Februar fällt noch keine Entscheidung. Verwaltung und Politik wollen das wichtige Thema am Tag der närrischen Ratssitzung nicht einfach „durchpauken”. Deswegen soll es Anfang März - entweder am 7. oder 14. - eine Sondersitzung geben.

Die turnusgemäße Märzsitzung am 21. käme zu spät. Denn am 15. muss die Alemannia bei der Deutschen Fußball-Liga die Lizensierungsunterlagen für die kommende Saison einreichen. Und da muss die Aktion „Rettet Alemannia!” abgeschlossen sein. Zumindest die finanzielle.

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