Aachen: Alemannia trägt Mitschuld am Minus der Aseag

Aachen : Alemannia trägt Mitschuld am Minus der Aseag

Die Aseag hat am Dienstag nach der Berichterstattung unserer Zeitung ihre eigenen Fahrgastzahlen für das vergangene Jahr leicht nach oben korrigiert: Die exakte Fahrgastzahl 2015 belaufe sich auf 65,5 Millionen, teilte Aseag-Sprecherin Anne Körfer mit.

An dem steilen Sinkflug der Vorjahre seien in den Jahren 2012 und 2013 in erster Linie „statistische Effekte“ sowie der Abstieg von Alemannia Aachen und die damit einhergehenden Zuschauerrückgänge verantwortlich, erklärte das Busunternehmen. „Nachdem die ersten beiden Aspekte insbesondere den Rückgang von 2012 auf 2013 erklären, war das Jahr 2014 ein für Busunternehmen in der Tat sehr schlechtes Geschäftsjahr“, erläuterte Körfer.

„Insbesondere das sehr milde erste Quartal 2014 hat nach unserer Einschätzung zu einem Rückgang der Fahrgäste geführt.“ Von Preiserhöhungen und mangelnder Service-Qualität spricht Körfer hingegen nicht. Sie rechnet vor, dass 2015 die Vorjahresdefizite wieder ausgeglichen worden seien. Man zählte 550.000 Fahrgäste mehr als in 2014 und rund eine Million mehr als im Jahr 2010 (64,5 Millionen).

Die hohe Fahrgastzahl von 2012 (66,9 Millionen) habe man vor allem aufgrund statistischer Effekte nicht mehr ausweisen können. Körfer erklärt das so: „Für einen Teil der Fahrgäste, die Schwerbehinderten mit Freifahrtberechtigung, existiert ein Landesdurchschnittssatz, der in den letzten Jahren immer bei ca. 3,8 Prozent lag.“

Diesen Landesdurchschnittssatz müsse ein Verkehrsunternehmen um mindestens 30 Prozent überschreiten, um einen unternehmensspezifischen Schwerbehindertensatz zu erhalten (Grundlage für die Beantragung von Erstattungen beim Bund). „In 2012 lag die Aseag noch bei ca. 5,3 Prozent — also nur noch knapp über dem Mindestwert für einen unternehmensspezifischen Wert. In 2013 wurde die Grundlage für einen unternehmensspezifischen Wert dann knapp verpasst, was automatisch zum Rückfall auf den Landessatz führt. Somit fehlen allein aus der statistischen Methodik ca. eine Million Fahrgäste von 2012 auf 2013“, rechnet Körfer den statistischen Dreh vor.

„Belastend wirkten sich auf die Fahrgastzahlen auch die Abstiege der Alemannia Aachen aus“, betont Körfer. Warum? „Hier werden über die Zuschauerzahlen Nutzer des Kombitickets zu den Spieltagen zugeschlüsselt. Mit dem doppelten Abstieg gingen die Zuschauer und damit auch die Fahrgäste zurück. Hinzu kam, dass die Teilnahme am DFB-Pokal unterblieb und zu manchen Pokalspielen während der Insolvenz gar kein Kombi-Ticket angeboten wurde“, teilte sie mit.

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