Aachen: Alemannia: Mit neuer Transparenz zu vertrauensvollem Miteinander

Aachen: Alemannia: Mit neuer Transparenz zu vertrauensvollem Miteinander

Das Unterfangen ist durchaus heikel — aber in derartigen Übungen hat das verbliebene Restpräsidium von Alemannia Aachen inzwischen Übung: Wie vermittelt man den Mitgliedern, dass sie Vertrauen in die Planungen und konkreten Schritte des Vorstandes haben sollen?

Nach all‘ den Turbulenzen, Rücktritten und finanziellen „Überraschungen“. Genau mit diesem Ziel tritt der Vorstand aber am Montagabend im Eurogress ab 19 Uhr vor die Mitglieder. „Nichts ist gerettet. Es geht um die Existenz des Vereins“, redet Schatzmeister Oliver Laven Klartext. Diese Botschaft wollen auch die beiden Beisitzer Dr. Christoph Terbrack und Stephan Grießer am Montag vermitteln. Mehr Mitglieder hat das aktuelle Präsidium momentan auch nicht.

Terbrack sagt aber auch: „Es soll sich um eine Informationsveranstaltung handeln.“ Das Modell Transparenz soll tatsächlich bei der Alemannia endlich umgesetzt werden. Eine der letzten verbliebenen Identifikationsfiguren des Vereins soll die Veranstaltung moderieren: Stadionsprecher Robert Moonen (siehe „Zwei Fragen an“). Er soll durch die Versammlung leiten, für juristischen Fragen steht Dr. Edgar Stein vom Anwaltsbüro Stein & Partner bereit — vorausgesetzt das Auditorium akzeptiert diesen Vorschlag für die Versammlungsleitung.

Es gibt einen klaren Schwerpunkt des Abends: die Einigung mit dem Kölner Rechtehändler Michael Kölmel. Wie berichtet, steht der im Rechtsstreit mit dem Verein Alemannia. Es geht um über zwei Millionen Euro. Tatsächlich haben die drei Vorstandsmitglieder aber mit Michael Kölmel eine Einigung erarbeitet. Die ist aber noch nicht unterzeichnet und soll am Montagabend den Mitgliedern exklusiv präsentiert werden. In jedem Fall könnte sie aber einen Ausweg aus der finanziellen Notlage bieten — und damit den Verein vor dem absoluten Ende bewahren. „Wenn wir die Summe an Kölmel zahlen müssen — müssen wir den Deckel draufmachen“, schildert der Schatzmeister das weitere Szenario.

Angesichts dieser Konstellation hofft das Präsidium auf Verständnis bei den Mitgliedern, dass der Abend unter dem Motto Zukunft und nicht Vergangenheit stehen soll. Die entscheidende Frage sei alleine: Geht es weiter oder nicht, wird die Insolvenz abgewendet oder nicht? Daher wehrt man sich auch gegen Kritik, die von einer Oppositionsgruppe vorgetragen wurde. Die hatte reklamiert, weil der Rechnungsabschluss von der Tagesordnung genommen wurde.

„Solange die Kölmel-Frage nicht geklärt ist, können wir keinen juristisch verbindlichen Abschluss vorlegen“, betont der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Horst Reimig. Alle diese Fragen sollen bei einer Versammlung im ersten Quartal geklärt werden — genauso wie Wahlen zu Präsidium und eventuell Aufsichtsrat. Fragen zum laufenden Insolvenzverfahren machen wohl wenig Sinn. Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning wird nicht vor Ort sein. Grundsätzliche Infos zur Alemannia GmbH darf das Präsidium aber doch geben.

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