Aachen: Alemannia begrüßt Freitag Abend ganz besondere Fans

Aachen: Alemannia begrüßt Freitag Abend ganz besondere Fans

Alemannia Aachen kann sich über weitere Verstärkungen freuen. Die stehen aber nicht auf dem Platz, sondern sitzen auf den Zuschauerrängen in den Blöcken zwischen O4 und O6. Und die Verstärkung wird rein akustischer Natur sein, denn die 40 jungen Menschen, die — so hofft der Klub — für die Alemannia schreien werden, stammen aus acht Einrichtungen der Stadt und Region, die sich um junge Flüchtlinge kümmern.

Eine Geste mit vielmehr emotionalem als materiellem Wert: „Es geht darum zu zeigen, dass diese jungen Leute nicht nur geduldet sind“, unterstreicht Juliane Hoppe die Einladung der Alemannia. Sie ist beim Café Zuflucht als „Verfahrensberaterin für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zuständig.

Am Donnerstag brachten Alemannias Kapitän Aimen Demai und Pressesprecher Lars Kröger persönlich die 40 Tickets im Büro des Café Zuflucht an der Wilhelmstraße vorbei. „Es ist für mich als Spieler toll, diesen Menschen ein bisschen Glück zu geben. Und ich bin sicher, dass ich im Namen der ganzen Mannschaft spreche“, betonte der Kapitän, Franzose mit ebenfalls algerisch-tunesischer Staatsangehörigkeit.

Bis Freitag Mittag waren die Tickets an die Einrichtungen weitergeleitet. Angst vor Mangel an Interesse hatte Juliane Hoppe sowieso nicht, denn sie weiß: „Gerade bei den Jungen hat Fußball einen unheimlich hohen Stellenwert. Manch einer hofft sogar auf eine eigene Karriere.“ In der Tat sind bereits Spieler, die im Café Zuflucht ihre ersten Ansprechpartner fanden, in der Fußball-Landesliga unterwegs.

„Wir haben als größter Verein der Stadt auch eine soziale Verantwortung“, sagte Lars Kröger. Der Besuch der Flüchtlinge Freitag Abend beim Heimspiel gegen den SC Wiederbrück (Anpfiff 20 Uhr) soll keine einmalige Aktion sein, wie Kröger unterstrich. Irgendwann sollen alle jungen Flüchtlinge im Tivoli gewesen sein.

Ob die spendierten 40 Tickets im offiziellen Ticketzähler der Alemannia auftauchen, spielt an dieser Stelle keine Rolle. 10 000 Zuschauer werden erwartet, der Ticketzähler wies Donnerstagabend rund 7000 verkaufte Karten aus. Das Interesse wächst wieder, was auch Auswirkungen auf die Parksituation hat.

Beim ausverkauften Spiel gegen Rot-Weiß Essen wurde nach längerer Pause wieder das Anwohnerschutzkonzept für den Tivoli in Kraft gesetzt. Das sieht vor, dass die Straßen in unmittelbarer Nähe zum Stadion bei Spielen mit hohem Besucheraufkommen für den allgemeinen Durchgangsverkehr gesperrt sind. Nur die Anwohner und ihre Besucher erhalten einen Zugang für ihr Fahrzeug.

Das Konzept soll nun auch wieder — ab dem Heimspiel gegen Oberhausen am 30. März — mit Hilfe von Besucherausweisen kontrolliert werden. Fürs heutige Spiel werden die Ausweise noch nicht benötigt.

Derzeit werden neue Ausweise hergestellt, die auch für die Saison 2015/16 Gültigkeit besitzen. Die Bewohner der betroffenen Anliegerstraßen erhalten pro Haushalt zwei gebührenfreie Besucherausweise, die ab sofort bei der Stadtverwaltung angefordert werden können.

Die Anträge für die besonderen Ausweise können formlos per Fax (432-6868) oder Mail (anwohnerschutzkonzept-tivoli@mail.aachen.de) gestellt werden. Auskünfte werden unter der Rufnummer 432-6863 erteilt.