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Aachen: Alemannia-Ausstellung: Ein Mottotag zum bewussten Gedenken

Aachen : Alemannia-Ausstellung: Ein Mottotag zum bewussten Gedenken

Fußball und das Dritte Reich — ein Begriffspaar, das auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnte. Und obwohl man am Fußball mit Lebensfreude und Enthusiasmus teilnimmt und sich vom Dritten Reich kritisch distanzieren möchte, hat beides zeitgleich auch in Aachen bei der Alemannia stattgefunden.

Impuls von der Fan-IG

„Die Aufarbeitung der NS-Zeit erfordert viel Mut, weil man nicht weiß, auf was man stößt“, erklärte Andreas Düspohl, Leiter des Internationalen Zeitungsmuseums (IZM). Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft (IG) der Alemannia Fans hat das IZM die Geschichte der Alemannia zwischen 1933 und 1945 aufgearbeitet und für Sonntag, 21. Januar, einen Aktionstag zur Ausstellung organisiert. „Der Impuls dazu kam von der Fan-IG und wird von der DFB-Kulturstiftung finanziert“, ergänzte Düspohl.

„Wir möchten, dass über die Ausstellung hinaus etwas Dauerhaftes bleibt“, sagte Thomas Wenge, Vertreter der Alemannia Fan-IG. „Deshalb bieten wir am Aktionstag unter dem Motto ‚Das Runde muss ins Eckige‘ verschiedene Programmpunkte an, die hoffentlich verstärkt in Erinnerung bleiben.“ Das IZM, Pont—straße 13, öffnet am Sonntag von 10 bis 17 Uhr Tür und Tor. Das Programm beginnt um 10.30 Uhr mit einem 90-minütigen, geführten Spaziergang auf den Spuren des Nationalsozialismus in Aachen zum Thema „Wege gegen das Vergessen“. Ein zweiter Spaziergang findet um 15.30 Uhr statt. Um 11 Uhr gibt es eine Führung durch die Wechselausstellung „Alemannia 1933-1945 — Fußball zwischen Sport und Politik“, um 14 Uhr wird durch die Dauerausstellung im IZM geführt. Neben den Ausstellungen gibt es um 13 Uhr eine Filmvorführung von „Friede, Freude, Eierkuchen“ mit anschließender Gesprächsrunde mit dem Regisseur Michael Chauvistré.

Raum für Diskussionen gibt es ab 15 Uhr. Dann beginnt eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Umgang miteinander und auf dem Platz“ mit verschiedenen Teilnehmern aus den Bereichen Fußball, Amateursport und Politik statt. Moderiert wird die Diskussion von Alemannia Aachens Stadionsprecher Robert Moonen. Mit einem Vortrag des Sportjournalists Wolfgang Birkenstock zum Thema „Der Sport und die Bildberichterstattung. Unterschiede zwischen der Zeit des Nationalsozialismus und heute“ um 16 Uhr geht der Aktionstag zu Ende.

Auch gemalt und gebastelt

Für die Kleinen und diejenigen, die es etwas entspannter angehen lassen wollen, gibt es den ganzen Tag lang ein Mal- und Bastelprogramm in der Bibliothek des IZM. Dort können beispielsweise Fußballer-Selfie-Aufsteller gebastelt werden. Auch ein Tischkicker fehlt beim runden Aktionstag nicht. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen und zu den Ausstellungen ist frei. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. März geöffnet. Weitere Infos und Öffnungszeiten unter www.izm.de oder telefonisch unter Telefon 4324910.