Aachen: Aktionstag „Aachen goes Electro“ rund um den Elisenbrunnen

Aachen : Aktionstag „Aachen goes Electro“ rund um den Elisenbrunnen

Es ist schon ein beeindruckendes Bild: Quer über den Katschhof reiht sich ein Elektromobil — vom Flottenfahrzeug über Personenwagen und E-Bike — neben dem anderen. Ein ähnliches Bild wird Besuchern am kommenden Samstag ab 10 Uhr am Elisenbrunnen und in der Elisengalerie im Rahmen des Aktionstages „Aachen goes Electro“ präsentiert.

Diskussion, Mitmachaktionen und viele Premieren in unterschiedlichen Bereichen verspricht Georg Werdermann, Koordinator des EU-Projektes „Civitas Dynamo“ im Namen der Veranstalterfür die Stadt Aachen. So stellt das Unternehmen „Velocity“ die erste E-Bike-Verleihstation vor — das Konzept soll das wenig erfolgreiche „E Call a bike“-Modell der Deutschen Bahn ablösen und in der Stadt ein flächendeckendes Netz von Verleihstationen aufbauen. Bei der Aseag gibt es einen umgebauten Gelenkbus zu bestaunen, der innerhalb eines Jahres mit regionalen Partnern vom Hybrid- zum Elektrobus umgebaut wurde. Kleiner Wermutstropfen: Probefahrten sind nicht möglich, denn es fehlt noch die Zulassung. Anschauen ist am Samstag jedoch möglich.

Zum Ausprobieren gibt es jedoch auch so genug: Auto- und Fahrradhändler präsentieren Fahrzeugmodelle, Pedelecs und Segways. Besucher haben die Möglichkeit, bis 17 Uhr eine Proberunde ums Theater zu drehen. Für Kinder gibt es einen E-Bobbycar-Rennparcours und eine so genannte Reaction-Wall. „Probieren Sie es aus, es macht richtig Laune“, wirbt Ralf Souren, Geschäftsführer vom Autohaus Souren. Veranstaltungen wie diese seien ein wichtiger Baustein, um Verbraucher an das Thema heranzuführen.

Von rund 100.000 zugelassenen Fahrzeugen in der Stadt sind bisher gerade einmal 465 E-Mobile unterwegs, darin eingerechnet auch Hybridfahrzeuge. Das macht einen Anteil von rund 0,5 Prozent aus. Im bundesweiten Vergleich liegt Aachen bei den Zulassungen dabei trotz allem doppelt so hoch wie im deutlschandweiten Durschnitt.

Unsicherheiten gibt es bei vielen Verbrauchern neben den weiterhin hohen Anschaffungskosten jedoch vor allem noch bei der Reichweite der Fahrzeuge und bei der Frage nach ausreichenden Lademöglichkeiten. Das weiß auch Gisela Warmke, Geschäftsführerin des Carsharing-Unternehmens Cambio. Neun E-Fahrzeuge hat das Unternehmen inzwischen in seiner Flotte. „Vor allem für kurze Strecken werden E-Mobile nachgefragt“, berichtet sie. Mit „Aachen goes Electro“ wird die „Erlebniswelt Elektromobilität“ fortgesetzt, die 2011 zunächst am Rathaus und später am Eurogress neugierig auf das Thema machen sollte.

Auch in der Forschung hat sich Aachen zu einem Kompetenzzentrum in Sachen Elektromobilität entwickelt. Das Aachener Vorzeigeprojekt „Streetscooter“ präsentiert in der Elisengalerie den aktuellen Stand der Entwicklung eines Flottenfahrzeugs. „Unser Ziel ist es unter anderem, die neuesten Technologiekonzepte, die an den Hochschulen erforscht werden, in die Produktion mit einzubauen“, erläutert Vertriebsleiter Christian Steinborn und verspricht eine „kleine Überraschung“, denn das Unternehmen will einen „kleinen Flitzer“, einen Zweisitzer für den Lieferbetrieb, vorstellen. Auch die RWTH ist vertreten und präsentiert einen E-Formel1-Rennwagen, den Studierende entwickelt haben.

Mehr von Aachener Zeitung