Aachen: Aktion „Pfand gehört daneben”: Erste Pfandkiste für das Weg-Bier

Aachen: Aktion „Pfand gehört daneben”: Erste Pfandkiste für das Weg-Bier

Der weiße Plastikkasten hängt an einem Laternenpfahl in der Pontstraße, für 20 Pfandflaschen bietet er Platz. Und er ist der Erste seiner Art in Aachen. Hier soll ab jetzt das „Weg-Bier” landen - und nicht im Mülleimer.

Dort hinein greifen sonst die Menschen, die ihr Einkommen mit den Pfanderträgen aufbessern. „Die Gefährdung durch Infektionen sind riesig”, sagt Heribert Pauls der Aktion „Pfand gehört (auch in Aachen) daneben”. Glassplitter führen zu Schnittwunden, die einen willkommen Infektionsherd für die Bakterien bieten.

Der Griff in den Mülleimer ist nicht nur gefährlich, er ist auch demütigend, erklären die Aktionsteilnehmer. „Der Anspruch der Aktion ist nicht, Armut zu verhindern. Es geht darum, dass man den Menschen lediglich Respekt zollt”, sagt Horst Schnitzler, UWG-Ratsherr und Mitinitiator der Pfandaktion. Außerdem sei die Aktion auch der Mülltrennung zuträglich.

Horst Schnitzler und Angela Dauvermans unterstützen die bundesweite Initiative „Pfand gehört daneben” auch in Aachen. „Ich kannte die Idee aus Hamburg und habe einfach Kisten mitgebracht”, erzählt Dauvermans. In anderen Großstädten seien die Reaktionen positiv, in Köln hat ein Designstudent einen „Pfandring” entworfen. Dieser Ring passt genau um die Mülleimer in Köln und wurde für den „Bundespreis Egodesign” nominiert. „Es muss ja nicht dieselbe Form haben wie der Kasten. Möglich wäre eine Ausschreibung für die Designstudenten der FH Aachen”, schlägt Heribert Pauls vor.

Und die neuen Formen könnten ja auch schwarz-gelbe Farben haben, meint Horst Schnitzler schmunzelnd. Denn OB Marcel Philipp habe die Idee zwar „theoretisch gut” gefunden, erzählt Angela Dauvermans, die Kisten würden aber „nicht ins Stadtbild passen”. Der Leiter des Ordnungsamtes, Detlev Fröhlke, ist skeptisch: „Wir fürchten, wenn so eine Kiste schnell voll ist, sammelt sich darunter Müll.”

Er sieht die Gefahr von Vandalismus und Verletzungen, die durch Glasscherben entstehen. Horst Schnitzler und Angela Dauvermans sind gespannt, wie gut die Aktion in der Pontstraße angenommen wird - und ob das Ordnungsamt die Initiative tolerieren wird. „Wir sind guter Hoffnung, dass der Oberbürgermeister das als Bereicherung erfährt”, sagt Schnitzler. Denn es warten noch weitere Kisten auf ihren Einsatz.