Aachen: Aktion „Mach was draus“: So helfen Eier, Gelee und Kräuter dem Hospiz

Aachen: Aktion „Mach was draus“: So helfen Eier, Gelee und Kräuter dem Hospiz

Eine Frau hat Hühner für sich — besser fürs Hospiz am Iterbach — arbeiten lassen. Eine genauso pfiffige wie erfolgsträchtige Idee, die Boris Bongers ein Lachen ins Gesicht zaubert. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Hospizstiftung Region Aachen ist in dieser Funktion ein unermüdlicher Spendensammler.

Und er hatte anlässlich der Verleihung des Preises „Aachen sozial“ an ihn selbst in diesem Jahr die Aktion „Mach was draus“ ins Leben gerufen. Die Dame mit den Hühnern hat die Idee aufgegriffen und investiert. Genau fünf Euro bekommt jeder Teilnehmer nämlich von Sponsoren samt Sammeldose zur Verfügung gestellt, um das Geld zu vermehren. Die Frau hat davon Hühnerfutter gekauft und das Federvieh zum fleißigen Eierlegen gebracht. Den Ertrag stellt sie nun wiederum dem Hospiz zur Verfügung.

Noch haben sie Dosen zu verteilen: Boris Bongers (links), Initiator der Aktion „Mach was draus“, und Ingo Schäfer, Mitarbeiter im Hospiz am Iterbach, hoffen, dass noch viele Interessenten Idee und Dosen mit Inhalt füllen. Eine Künstlerin hatte von den fünf Euro eine Leinwand gekauft, die man für je zwei Euro mitgestalten konnte. Foto: Boris Bongers

Genau so soll es laufen. Die Fünf-Euro-Scheine sollen möglichst viele Geschwister kriegen, um die Einrichtung am Iterbach zu unterstützen. Die entstehenden Kosten für die Gäste eines Hospizes sind keineswegs komplett durch die Krankenkassen abgedeckt. Die Aachener Hospize verstehen sich als Einrichtungen des bürgerschaftlichen Engagements, und dazu gehört auch die Mitfinanzierung über Spenden. So soll Kranken auf ihrem letzten Lebensabschnitt ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht werden. Dazu ist mehr als „nur“ die Finanzierung der Grundversorgung nötig.

„Die Idee ist hervorragend aufgenommen worden“, freut sich Bongers. Gut 160 Dosen sind bereits im Umlauf, und natürlich ist der Geschäftsmann mit dem großen Herzen fürs Soziale jetzt auf den Rücklauf gespannt: „Ich hoffe, dass sich bald viele bei mir melden und den Ertrag überweisen“, sagt er augenzwinkernd. Die Dosen werden auch am 19. September angeboten, wenn der Autor und Mediziner Manfred Lütz (siehe Box auf der linken Seite) in Aachen zugunsten des Hospizes im Itertal referiert.

In einem anderen Fall hat eine befreundete Künstlerin von den fünf Euro eine Leinwand gekauft und Interessenten für zwei Euro je Pinselstrich die Teilnahme an einem Gemeinschaftskunstwerk ermöglicht. Gemeinschaftsdenken ist auch hier Programm. Aber auch die Spenden, die zwei Schützenvereine jüngst bei einem Königsschießen gesammelt haben, sorgen bei den Unterstützern des Hospizes für reichlich Freude.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Mitmachen darf jeder, Privatperson, Unternehmer, Schulklassen, Familien, groß, klein, jung, alt. „Man kann von dem Startkapital auch Zutaten für einen Kuchen besorgen und die einzelnen Stücke gewinnbringend verkaufen“, gibt Boris Bongers einen recht praktikablen Tipp.

Aber auch Heckenschneiden, Hemdenbügeln oder Koffertragen sind möglich. Eine Frau hat Gelierzucker gekauft und Quittengelee gekocht und verkauft. Eine andere hat aus einer Kräutermischung eine kleine Gelddruckmaschine gemacht. Man kann (draus) machen, was man will. Und wenn man die Hühner auf Touren bringt, ist das allemal legitim.