Aachen: Ärger über Busfahrer: Kind an Haltestelle zurückgelassen

Aachen : Ärger über Busfahrer: Kind an Haltestelle zurückgelassen

Während die meisten Busse am Dienstag im Depot blieben, rollte eine ziemlich große Protestwelle per „Facebook“ auf die Aseag zu.

Offensichtlich nämlich hatte ein Busfahrer, der für eines der nicht von den aktuellen Arbeitsniederlegungen betroffenen Auftragsunternehmen die Linie 21 „bediente“, seine ganz eigene Interpretation des Begriffs „Streik“ geliefert. Ein AZ-Leser, der den Vorfall beobachtet hatte, schilderte den mehr als unschönen Vorfall, der sich an der Haltstelle vor der Hauptpost zugetragen hatte, ebenso wie zwei Augenzeugen, die sich unabhängig voneinander bei der Aseag beschwerten, wie Unternehmenssprecherin Anne Linden am Donnerstag wissen ließ.

Gegen 17.40 Uhr war demnach eine junge Mutter mit zwei Kindern in den Bus gestiegen — oder besser gesagt: zunächst mit ihrem Jüngsten auf dem Arm. Während sie noch ihren Kinderwagen hinein bugsierte, schloss der Fahrer unversehens die Tür. Obwohl die Frau — und auch andere Fahrgäste — lautstark darauf aufmerksam machten, dass ihr zweiter Sprössling noch draußen stand, lenkte der Chauffeur sein Gefährt unverdrossen aus der Haltebucht heraus und gab Gas. So musste die entsetzte Frau mitsamt Kleinkind und Kinderwagen von der nächsten Station aus zurück marschieren, um das wenig ältere Kind wieder in ihre Obhut nehmen zu können.

Sturm der Entrüstung im Internet

Folge: Im Internet, wo ein zürnender Zeuge über das Geschehen berichtete — brach prompt ein Sturm der Entrüstung los. Was Aseag-Sprecherin Linden durchaus nachvollziehen konnte: „Wir entschuldigen uns in aller Form bei der betroffenen Mutter“, sagte sie. „So etwas darf natürlich auf keinen Fall passieren.“ Selbstverständlich habe man das besagte Subunternehmen, mit dem man ansonsten bestens kooperiere, umgehend in Kenntnis gesetzt.

„Der Fahrer wurde dort mit Nachdruck zur Rede gestellt.“ Grundsätzlich gehörten freundlicher Service und Sicherheit zu den obersten Geboten in Sachen ÖPNV. Zumindest den rund 450 Aseag-Mitarbeitern werde dies bei einschlägigen Schulungen regelmäßig vermittelt. „Angesichts von 220.000 Fahrgästen, die wir normalerweise täglich befördern, und im Ganzen 700 Busfahrern sind Probleme natürlich nicht immer auszuschließen“, bekennt die Aseag-Sprecherin. „Aber wir nehmen jede Beschwerde ausgesprochen ernst und gehen ihr nach.“ Im Zweifel könne man die Kunden nur ermutigen, die eigens eingerichtete Hotline (1688-3010) auch zu nutzen, damit Probleme sofort intern angesprochen werden könnten.

Die junge Mutter selbst hatte sich übrigens nicht bei der Aseag gemeldet.

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