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Ägid Lennartz erhält den Krüzzbrür-Orden 2020 in Aachen

Pfarrausschuss hat Nachwuchssorgen : Krüzzbrür-Orden geht diesmal an einen Dorfbewohner

Ägid Lennartz wird der nächste Krüzzbrür-Ordensträger des Pfarrausschusses Heilig Kreuz. Die jedes Jahr in einschlägigen Kreisen von Karnevalisten und Katholiken mit Spannung erwartete Personalie ist am Wochenende bekanntgegeben worden.

Musikalische Talente und Spaß am Karneval bescheinigte Rainer Klügel vom Vorstand des Pfarrausschusses dem neuen Ordensträger der Krüzzbrür. Und bevor er den zunächst streng geheimgehaltenen Namen schließlich doch preisgab, brachte er die Gäste bei der Sessionseröffnung der Krüzzbrür im Pfarrheim an der Kreuzherrenstraße mit dem einen oder anderen Hinweis auf die richtige Spur. „Josef, Jupp und Jüppchen“ und „Vorsitzender des Thouet-Mundartpreises“ waren die entscheidenden Indizien, die zweifelsohne auf Ägid Lennartz hinwiesen.

Allerdings: Ägid Lennartz konnte den Orden nicht persönlich entgegennehmen, da er derzeit im Krankenhaus liegt. Er hatte aber eine Rede vorbereitet, die Rainer Klügel in seinem Namen hielt.

Dass eine solche Rede nicht ohne Zwischenrufe und launige Kommentare gehalten werden kann, gehört bei den Krüzzbrür schon lange zum guten Ton. Und wer Aachen – wenn auch in bester Absicht – als Dorf bezeichnet, muss dann eben auch damit rechnen, dass sich die Krüzzbrür genau daran reiben.

Von der Kindheit und Jugend in der „Öcher Bronx“ bis hin zu den Auszeichnungen für sein vielfältiges Engagement hatte Ägid Lennartz alle wichtigen Lebensdaten aufgelistet. Und auch wenn er zur Sessionseröffnung nicht selber sprechen konnte, bleibt immerhin die offizielle Ordensverleihung beim traditionellen Herrenabend der Krüzzbrür im Februar 2020. Dort wird er dann sicher mit besonders großer Spannung erwartet. Lennartz reiht sich ein in eine lange Serie illustrer Ordensträger, an die Klügel gern erinnerte. Elf von ihnen waren anwesend und wurden entsprechend hervorgehoben: Darunter Oberbürgermeister Marcel Philipp, der Kabarettist Wendelin Haverkamp und Karl Allgaier, Vorstand des Vereins Öcher Platt.

Ägid Lennartz bekommt nun den 48. Orden. Und die Gesellschaft hatte zur Sessionseröffnung offensichtlich großen Spaß an dieser Tradition. Wie lange sie aber noch fortdauern wird, steht laut Franz-Josef Staat, Vorsitzender des Pfarrausschusses Heilig Kreuz, in den Sternen. Denn Nachwuchs findet sich demnach nicht ein, der Altersdurchschnitt liege bei 65 Jahren.

Das traditionelle Gericht zur Sessionseröffnung ist „Schinken mit dicken Bohnen“. In gewohnter Manier bereitetet das alljährlich der „Bocuse va Oche en va de Krüzzbrür“ zu: Hans Gillessen ist seit 1957 Mitglied im Pfarrausschuss und steht offensichtlich immer wieder gerne für die Krüzzbrür am Herd. An diesem Abend wurde er außerdem zum Ehrenvorsitzenden des Pfarrausschusses Heilig Kreuz ernannt. Und neben der entsprechenden Urkunde gab es auch ein kleines Geschenk dazu: Einen Sattelschlepper im Modell für sein „unermüdliches Engagement auch in der Rumänienhilfe und seine bis heute außerordentliche Aktivität rund um Heilig Kreuz“.

Den Krüzzbrür blieb schließlich nicht mehr, als immer wieder an an ihren neuen, abwesenden Ordensträger zu denken. „Der hätte doch eigentlich nicht ins Krankenhaus gemusst“, meinten sie mit einem Augenzwinkern. Denn schließlich seien bei der Sessionseröffnung doch ein Anästhesist, mehrere Orthopäden und auch Seelsorger anwesend.