Aachen: Adventssingen im Dom: Neuer Termin, doch alte Stimmung

Aachen: Adventssingen im Dom: Neuer Termin, doch alte Stimmung

Manchmal muss man mit einer Tradition brechen, um eine andere am Leben zu erhalten, So war es diesmal auch mit der traditionsreichen „Musik zu Advent und Weihnacht“ der Aachener Domsingschule. Alle Jahre wieder findet diese stimmungsvolle Vorweihnachtsveranstaltung im Aachener Dom statt. Und zwar immer am vierten Advent. Normalerweise jedenfalls.

Da dieser vierte Advent in diesem Jahr aber auf den Heiligen Abend fiel, mussten die Organisatoren umdisponieren. So fand das gemeinsame Singen diesmal zwei Tage früher statt. Was dem Andrang und der Stimmung allerdings keinerlei Abbruch tat. Weit über 1000 Menschen kamen einmal mehr in die wunderbar illuminierte Marienkirche. Und das bereits zum 29. Mal. Dieses Adventssingen beherbergte schon vor fast drei Jahrzehnten einen echten „Massenchor“, als über „Rudelsingen“ in Fußballstadien noch niemand auch nur ansatzweise nachdachte.

Das Bistum verbucht 1,8 Millionen für den Aachener Dom. Foto: Oliver Berg/dpa

Hauptakteure waren in dieser festlichen Stunde natürlich die rund 170 Mädchen und Jungen der Domsingschule in Trägerschaft des Domkapitels. Dass die Grundschülerinnen und Grundschüler an dieser schon vor 1200 Jahren von Kaiser Karl als „Schola Palatina“ gegründeten Einrichtung eine ganz besondere musikalische Ausbildung erhalten, das war von der ersten Sekunde an zu spüren.Glockenhelle Stimmen erfüllten den Dom. Auf dem Programm standen dabei Klassiker des Weihnachtsliedguts ebenso wie modern gestaltete Lieder — etwa von Rolf Zuckowski.

Zudem hatte Aachens früherer Domorganist Norbert Richtsteig zwei alte Weihnachtsgesänge aus dem 12. beziehungsweise 18. Jahrhundert neu arrangiert. Begrüßt wurden die vielen Gäste, die bei weitem nicht alle einen Sitzplatz im rappelvollen Dom finden konnten, von Schulleiterin Irma Wüller. Ihr oblag gemeinsam mit Lehrerin Andrea Krieck auch die musikalische Gesamtleitung. Von beiden waren überdies ebenfalls Lieder zu hören, die sie selber arrangiert hatten.

Zur Seite stand den Sängerinnen und Sängern auch wieder ein Orchester, das vor allem aus Eltern und Ehemaligen der Domsingschule besteht. Und Professor Michael Hoppe durfte als Domorganist auch nicht fehlen. Zwischen den einzelnen Gesängen beziehungsweise Instrumentalstücken trugen Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen der Domsingschule Gedichte vor. Auch hier war es ein Mix aus modern und klassisch bis hin zu Joseph von Eichendorffs „Weihnachten“, das wohl eines der bekanntesten Vorweihnachtsgedichte überhaupt ist.

Unter den Augen von Bischof em. Heinrich Mussinghoff dankte Dompropst Manfred von Holtum (fast) am Ende allen Akteuren, bevor diese mit dem Schlusslied „In das Warten dieser Welt“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy auszogen — und dabei als verdiente Anerkennung ihrer Leistung stehende Ovationen vom Publikum erhielten. Im kommenden Jahr steht dann mit der 30. Auflage ein runder Geburtstag für die Traditionsveranstaltung an, die dann ganz traditionell wieder am vierten Advent im Dom stattfinden wird.

(stm)
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