Haaren/Verlautenheide: „Adlerstein“ am Schwesternheim in Verlautenheide angebracht

Haaren/Verlautenheide: „Adlerstein“ am Schwesternheim in Verlautenheide angebracht

Dem Heimatverein Haaren/Verlautenheide scheinen die guten Ideen nicht auszugehen. Gerade erst ist man mit der Planung zum Wiederaufbau der Valentinskapelle beschäftigt, da wurde ein weiteres interessantes Projekt aufgegriffen und zu Ende geführt.

Am Schwesternheim in Verlautenheide konnte unter großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der „Adlerstein“ angebracht werden, der in der Franzosenzeit zerstört worden war.

Vorsitzender Helmut Vondenhoff und Geschäftsführer Franz-Josef Heuser sind stolz auf das neue Werk und berichten, dass Anfang des 17. Jahrhunderts der gesamte und später rund um Aachen befestigte Landgraben vertraglich legitimiert und mit Adlersteinen bestückt war.

Die französische Revolutionsbehörde habe am 4. Januar 1797 angeordnet, alle Adlerwappen als Zeichen des Königtums und der Feudalherrschaft auszutilgen. Am Wappenstein des Verlautenheidener Türmchens sei anhand der Bearbeitungsspuren eindeutig zu erkennen, dass es sich um die angeordnete Zerstörung aus der Franzosenzeit handele.

Vondenhoff und Heuser wissen, dass der Adlerstein ursprünglich am Verlautenheidener Türmchen angebracht und 2014 in den Besitz der Familie Nollé aus Verlautenheide übergegangen ist. Im November 2014 wurde er schließlich dem Heimatverein Haaren/Verlautenheide übergeben. Mitglied Wilfried Koerens konnte dieses schöne Stück in über 50 Arbeitsstunden ehrenamtlich restaurieren. „Erstaunlich, was die 1602 schon alles hergestellt haben“, lobte er. Drei Ecken waren abgebrochen, die mussten beigeflickt werden, ebenso ein Rahmen aus Winkelstahl.

Sechs kräftige Männer waren damit beschäftigt, den 220 Kilogramm schweren Stein in die vorgefertigte Halterung zu bugsieren. Ein Kraftakt, der am Ende mit Beifall belohnt wurde.

Vondenhoff verlas ein Schreiben von Professor Johannes Nollé, der bei der Anbringung nicht zugegen sein konnte, aber er hat die Geschichte des Adlersteines von Gut Türmchen noch einmal übersichtlich skizziert. „Wir haben in mehreren Gesprächen mit ihm und seiner Familie viel über Verlautenheide und seine Bewohner in Erfahrung bringen können“, sagt Vondenhoff. Man müsse Nollé für seine großen Mühen und seinem Einsatz, altes Kulturgut zu erhalten und zu sichern, ganz besonders danken, ergänzte Heuser.

In dem Schreiben heißt es weiter: „Dieser Verein ist keine Größe auf dem Papier oder im Vereinsregister, sondern eine lebendige Gemeinschaft geschichts- und heimatbewusster Bürgerinnen und Bürger mit seiner tatkräftigen Führung.“ Nollé könne es kaum zu Papier bringen, wie sehr er sich freue, dass der Heimatverein aus diesem für Verlautenheide so wichtigen historischen Dokument ein greifbares historisches Monument geschaffen habe, das Verlautenheide ein Stück seiner geschichtlichen Identität zurückgebe.

Kontakt beim Studium

Während seines Studiums an der RWTH Aachen habe Nollé sich mit der Geschichte Aachens und Verlautenheides ausführlich beschäftigt. Dann sei er auf eine Urkunde gestoßen, in der zu lesen stand, dass während der französischen Revolution eine gewisse Summe für das Aushauen des Verlautenheidener Adlersteines von Gut Türmchen bezahlt worden sei.

Schwester Zita habe ihm dann berichtet, dass im Hühnerpark des Schwesternhauses ein „komischer Stein“ liege, der damit vielleicht etwas zu tun haben könnte. „Tatsächlich, unter viel Staub und Hühnerkot fand sich dieser Stein. Die Schwester sagte mir, wenn ich den haben möchte, könnte ich ihn mitnehmen“, schreibt Nollé weiter. Gemeinsam mit seinem Vater habe er den Stein abgeholt, gesäubert und im Keller seines Hauses aufbewahrt.

Die erfolgreichen und kontinuierlichen Aktivitäten des Heimatverein hätten seiner Mutter und ihn dazu gebracht, diesen Stein dem Heimatverein und damit der Dorfgemeinschaft auch zu übergeben. Nollé: „Solche Denkmäler gehören niemandem, sie sind Teil der Identität einer Gemeinschaft und sollten sich in deren Besitz befinden.“ Großen Dank zollt Nollé Wilfried Koerens für die hervorragende, aufopfernde und gelungene Restaurierungsarbeit. Da schlossen sich Helmut Vondenhoff und Franz-Josef Heuser gerne an.