ADFC: Korrekturen bei Fahrradwegweisern dauern in Aachen zu lange

Fahrradwegweiser : ADFC kritisiert: Mängel werden zu schleppend behoben

Leute in die Irre führen, das ist kein Spaß, weiß auch Harald Beckers vom städtischen Presseamt in Aachen. Er bezeichnet es als eine „Form von Vandalismus“, wenn Wegweiser mutwillig verdreht werden und in die falsche Richtung führen. Derlei Schäden sollten möglichst schnell behoben werden, heißt es seitens der Stadt. Doch die Praxis sieht oftmals anders aus, wie Radfahrer in Aachen immer wieder spüren.

Gut zwei Jahre hat es etwa gedauert, bis ein falsch montierter Fahrradwegweiser an der Danziger Straße korrigiert wurde, weiß der Fahrradclub Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu berichten. Den Hinweis hatte die Projektwerkstatt „Fahrradfreundliches Brand“ erstmals im Oktober 2016 gegeben, doch es sollte noch bis zum Herbst 2018 dauern, bis die Stadt melden konnte: Problem erledigt.

Der ADFC hofft nun, dass ein weiterer Hinweis nicht ebenso zäh und langwierig bearbeitet wird. Denn auch an der Habsburger Allee kann ein Anwohner von seiner Wohnung aus schon seit dem Frühjahr beobachten, wie ortsunkundige Radfahrer durch einen verdrehten Wegweiser in die Irre geleitet werden. Auf unterschiedlichen Wegen – per E-Mail und online – sei dies den zuständigen Behörden wiederholt gemeldet worden. Getan hat sich bis heute nichts.

Warum es diese neuerliche große Verzögerung gibt, kann Harald Beckers nicht recht erklären. „Vielleicht war die Ortsangabe ungenau, vielleicht ist der Hinweis aber auch irgendwo versackt“, sagt er. Immerhin kündigte er nun jedoch auch an, dass der Wegweiser kurzfristig in die richtige Richtung gedreht werden soll.

„Ich vermute, dass Wegweiser im Autoverkehr nach wenigen Tagen repariert wären“, meint hingegen der verärgerte Anwohner, der die Lust auf weitere Meldungen längst verloren hat. Auch der ADFC würde gerne wissen, wie die Abläufe innerhalb der Verwaltung verbessert und Schäden oder Fehler bei der Fahrradbeschilderung schneller behoben werden können. „Die Hinweise ploppen wohl irgendwo auf, aber dann passiert einfach nichts mehr“, beklagt ADFC-Mitglied Martin Christfreund.

Für die Stadt erklärt Beckers nun, dass man die Abläufe noch mal überprüfen wolle, um künftig schneller zu reagieren. Er betont zugleich, wie sehr die Stadt auf die Hinweise von Bürgern angewiesen ist. Zwar würden auch die Straßenkontrolleure des Stadtbetriebs stets ein Auge auf die Fahrradwegweiser haben. Meist beurteilen sie aber nur die klassischen Schäden, also ob Schilder verknickt oder beschmiert und nicht mehr lesbar sind. Die inhaltliche Ausrichtung und Routenführung können sie hingegen oftmals gar nicht beurteilen. „Wir sind auf die Hilfe von denen angewiesen, die sich auskennen“, so Beckers. Und wichtig sei stets eine klare Ortsangabe und auch eine genaue Beschreibung des Fehlers.

Damit Korrekturen schnell erfolgen, empfiehlt Beckers für Meldungen die Meldeplattform für Straßenschäden im Online-Serviceportal der Stadt zu nutzen. Dies sei der zurzeit zuverlässigste Weg, um Hinweise schnell in die städtischen Arbeitspläne aufnehmen zu können. Schadensmeldungen sind online auch auf dem Landesportal Radverkehrsnetz NRW möglich. Sie würden dann laut Beckers vom Landesbetrieb Straßen.NRW an die Stadt weitergeleitet.

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