Aachen: Adalbertstraße macht neue Baustellen auf

Aachen: Adalbertstraße macht neue Baustellen auf

Nachdem Adler vor drei Jahren den Abflug gemacht hat, sollen das verwaiste Ex-Wehmeyer-Haus in der Adalbertstraße sowie zwei Nachbargebäude kommendes Jahr endlich abgerissen werden. Die Modehauskette Peek & Cloppenburg wird dort eine hochmoderne Dependance errichten — womöglich auf bis zu 8000 Quadratmetern.

Und auch in die untere Adalbertstraße zwischen Willy-Brandt-Platz und Kaiserplatz kommt weitere Bewegung. Mehrere Häuser entlang der Flanke des neuen Einkaufszentrums Aquis Plaza, das am 28. Oktober eröffnet wird, fallen der Abrissbirne zum Opfer.

Blühende (Einkaufs-)Landschaften: Wenn die Aquis-Plaza-Baustelle (rechts) Ende Oktober fertiggestellt ist, sollen auf der anderen Seite der Adalbertstraße (hier vom Willy-Brandt-Platz Richtung St. Adalbert) alte Häuser durch modernde Einzelhandelsflächen ersetzt werden. P&C ersetzt 2017die ehemalige Wehmeyer-Immobilie (links). Foto: Andreas Steindl

„Wenn jetzt die Bauarbeiten am Aquis Plaza abgeschlossen sind, wird es schon bald — aller Voraussicht nach 2017 — in unmittelbarer Nähe weitere größere Großbaustellen geben“, bestätigte Oberbürgermeister Marcel Philipp Informationen der Aachener Zeitung.

Investor gesucht: Nach 16 Jahren (!) Leerstand steht das vergammelte Pfeiffer-Haus an der vernachlässigten Großkölnstraße zum Verkauf. Foto: Andreas Steindl

Das Gesicht der Innenstadt wird damit insgesamt moderner. Die Abrissarbeiten sollen 2016 über die Bühne gebracht werden. Notwendig sei schließlich — und erwartet werde — eine nochmals spürbare Aufwertung des Einzelhandelsstandorts. Ab kommenden Samstag, 10. Oktober, wirbt die Stadt — zunächst bis Ende 2017 — mit einer aufwändigen Werbekampagne und dem Slogan „Einkaufen in Aachen. Alles drin!“ um Kundschaft für die Innenstadt. Der Startschuss fällt mittags am Elisenbrunnen.

Dabei stehen die neuen Einkaufszentren entlang der Fußgängerzone Adalbertstraße genauso im Fokus wie Hunderte kleine Geschäfte in der Altstadt. Denn auch am anderen Ende des bisherigen „Shopping-Korridors“ vom Kaiserplatz bis zum Markt soll sich Entscheidendes ändern. Dabei geht es im Besonderen um die Aufwertung der Großkölnstraße, deren unteren Teil nicht nur viele Leerstände, sondern einige extrem schäbige Häuser kennzeichnen.

Total verwahrlost gammelt dort seit 1999 (!) die ehemalige Pfeiffer-Immobilie vor sich hin — ebenfalls lange im Besitz von P & C. Der gegenwärtige Eigentümer sucht dort jetzt— in Kooperation mit der Stadt — einen potenten Investor. Angedacht ist an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtzentrum nicht nur ein Parkhaus, sondern auch Einzelhandelsgeschäfte und neue Wohnungen. Wann es hier losgeht, steht allerdings noch in den Sternen.

Fachleuten ist längst klar, dass der Großkölnstraße bei der Belebung der kompletten Einkaufsstadt Aachen eine enorme Bedeutung zukommt. Sobald die Großkölnstraße sowie der Dahmengraben inklusive „Lust for Life“-Immobilie mehr Laufkundschaft ziehen, würde der derzeit schmale „Shopping-Korridor“ zu einer Art „Shopping-Rundlauf“ — was nach Expertenansicht insgesamt die Kundenfrequenz beflügeln würde.

Laut der jüngsten Analyse zum gewerblichen Immobilienmarkt der Initiative Aachen summieren sich die Einzelhandelsverkaufsflächen im gesamten Stadtgebiet auf 471.000 Quadratmeter — davon 170.000 allein in der Innenstadt. Sobald die rund 130 Geschäfte im Aquis Plaza auf knapp 30.000 Quadratmetern eröffnen, erhöhen sich die Einzelhandelsflächen in der City mit einem Schlag um fast 18 Prozent.

Dann kommen 2017 P&C sowie weitere Geschäftsflächen hinzu — wohl auch in direkter Nachbarschaft zum Aquis Plaza entlang der unteren Adalbertstraße. Ins Auge gefasst hat Investor Gerd Sauren hier eine eher kleinteilige Bebauung — gerade bei der Fassadengestaltung. Über konkrete Details will man in den kommenden Wochen reden.

Städtischerseits will man in jedem Fall sicherstellen, dass keinerlei Brachflächen das Bild der florierenden Einkaufsstadt Aachen trüben — damit künftig nicht noch mehr Kunden den Abflug machen, vor allem Richtung Online-Handel. Baustellen bleiben der Kaiserstadt aber so oder so auf längere Sicht zwangsläufig erhalten.