Actimonda und eSport-Bund bilden Trainer aus

„eSport“ auf dem Vormarsch : „Zocken“ auf dem Weg zur echten Sportart

Der Hype um den eSport ist ungebrochen. Allein in der Gruppe zwischen zwölf und 17 Jahren spielen drei Millionen Jugendliche regelmäßig an der Konsole. Noch ist das professionelle Computerspielen im Wettbewerb keine anerkannte Sportart.

Für Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bund Deutschland (ESBD), ist eSport längst nicht mehr ein Phänomen, sondern „Teil sportlicher Zukunft“. Das findet auch die Krankenkasse Actimonda. Gemeinsam mit dem ESBD hat sie sich deshalb einem Thema angenommen, dass in jeder Sportsdisziplin eine wichtige Rolle spielt: die Gesundheit. „Bisher fand diese nur wenig Beachtung“, ist sich Ralf Steinbrecher von Actimonda sicher. Dabei warnen Experten vor gesundheitlichen Schäden, die vor allem aus einer Sucht heraus entstehen können – sowohl psychischer als auch physischer Art.

Actimonda und ESBD wollen diesen Risiken vorbeugen und einheitliche gesunde Strukturen schaffen. Erstmals und bundesweit bilden sie deshalb Trainer für eSports aus. Jetzt startete die erste Gruppe: Zehn „Gamer“ aus ganz Deutschland beschäftigen sich vier Tage lang rund um die Themen Suchtprävention, Sportpsychologie und Jugendschutz. Genauso sollen die Teilnehmer aber auch grundlegende ergonomische Hinweise wie beispielsweise zum rückengerechten Sitzen und zu Einstellungen sowie Positionen von Bildschirmen erhalten. Gesundheitsexperten, zu denen auch ein Neurologe zählt, begleiten die Ausbildung.

„Am Ende erhalten die Trainer ein Zertifikat und können anschließend in ihren Kreisen als Multiplikatoren agieren“, stellt Ralf Steinbrecher heraus. Gemeinsam mit dem ESBD blickt er zuversichtlich in die Zukunft: Wenn der e-Sport als offizieller Sport anerkannt werden sollte, würde das die Grundlage für den Aufbau einer breiten Vereins- und Amateurstruktur schaffen und damit den Bedarf an ausgebildeten Trainern weiter erhöhen, so die Prognose. Für dieses Jahr sind weitere Schulungen geplant.

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