Aachen: „across the borders”: „Café Regional” feiert Premiere

Aachen: „across the borders”: „Café Regional” feiert Premiere

„Das Experiment ist gelungen. Ich freue mich sehr, dass Sie sich darauf eingelassen und toll mitgemacht haben und unseren euregionalen musikalischen Nachwuchstalenten eine Chance gegeben haben”, freute sich Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagement im Kulturbetrieb der Stadt Aachen, über die erfolgreiche Premiere des „Café Regional”. .

Erstmalig, und dazu noch unter freiem Himmel, fusionierten Rick Takvorian und Laura Dee für eine Testveranstaltung im Rahmen des Öcher Kulturfestivals „across the borders” ihre erfolgreichen Indoor-Veranstaltungen „Café Rick” und „Songwritertable”, die Musikern aus der Region ein Podium bieten. Das begeisterungsfähige Öcher Publikum geizte nicht Applaus und öffnete nicht nur seine Ohren, sondern auch Herzen und Seelen für so manchen musikalischen Rohdiamanten, der mit schlotternden Knien und feuchten Händen die Bühne im kleinen Amphie-Theater enterte und gute Visitenkarten ihres Könnens abgaben. Mittendrin das eloquente Moderatorenduo Rick Takvorian und Laura Dee, das charmant, feinfühlig und mit viel Esprit durch die knapp dreistündige Veranstaltung führte

Tolle Show von Romy Conzen

Gleich zu Beginn der Talentshow stand mit Romy Conzen einer der Höhepunkte auf der Bühne im Aachener Hof. Die 24-Jährige wirkte im Interview noch recht schüchtern und introvertiert, zeigte aber in ihrem knapp halbstündigen Auftritt, was sie als Riesentalent und Geheimtipp musikalisch zu bieten hat: Schnörkellosen Rock mit eingängigen Melodien und einer charismatischen Stimme, die aufhorchen lässt. Neben drei innovativen Coverversionen, z.B. „Loosing my religion” (R.E.M.), machte sie mit tollen Eigenkompositionen, nur begleitet von einer Akustikgitarre, Lust auf die im September erscheinende Debüt-CD, die sie mit kompletter Band eingespielt hat. Nach Romy Conzen präsentierte der Wahl-Aachener Michael Witt zur Freude der Live-Musikfans, die es sich im Hof gemütlich gemacht hatten, seine mal schnoddrigen, mal verträumten, mal melancholischen, aber immer inhaltsstarken Songs.

Aus einer völlig anderen Welt waren Nick Knatterton und Johanna ins „Café Regional” gekommen und zelebrierten eindrucksvoll und sehr rhythmisch ihren Sozialarbeiter-HipHop mit sozial- und gesellschaftskritischen Texten, die zum nachdenken animierten. Zum Abschluss der gelungenen Feuertaufe des „Café Regional” öffnete Lizusha ihre russische Seele und zeigte neben ihren Eigenkompositonen viel Potenzial als Comedian, was sie in jedem Fall ausbauen sollte.

Und Aachens erfolgreichste Rockband der letzten zwei Jahre, The Tideline, bewies mit ihren Songs, wie „3 Years” und „Disco”, dass man auch stromlos, also unplugged, die alte Kultstätte Hof mächtig rocken kann.