Aachen: Acht Filme zur Karlspreisverleihung

Aachen : Acht Filme zur Karlspreisverleihung

Es ist gute Sitte, dass das Rahmenprogramm zur Verleihung des Internationalen Karlspreises mit kulturellen Beiträgen aus dem Heimatland des Preisträgers gestaltet wird. Nun wird Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank als Europäer ausgezeichnet.

Und doch ist er „Franzose mit Herz- und Seele”, wie Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, erklärte. Beide Eigenschaften finden sich im Filmprogramm zur Preisverleihung wieder.

In der Reihe „Ikonen des französischen Films - im Brennpunkt der Nouvelle Vague” werden vier Klassiker einer stilprägenden Bewegung gezeigt. „Die Nouvelle Vague richtete sich gegen Kommerzialisierung und zu starke Literalisierung”, erklärt Professor Anne Begenat-Neuschäfer vom Lehrstuhl für Romanistische Philologie der RWTH. Durch den Einsatz origineller Filmschnitte und neuartiger Handkameras hätten die Vertreter der Richtung einen „neuen Filmmodus” entwickelt.

Dieser sei bis heute prägend für die Werke bekannter Filmemacher, erklärt Beate Franzen, Leiterin kulturelle Bildung der Volkshochschule Aachen. Allerdings sei es nicht einfach gewesen die Filme zu bekommen: „Es ist schwierig, die Rechte für eine öffentliche Aufführung zu erhalten. Darum handelt es sich um so etwas, wie eine wiederaufgelegte Premiere.”

Werke junger Filmemacher

Bei der Karlspreis-Edition des Filmfestivals „Made in Europe” werden Werke junger europäischer Filmemacher gezeigt. Dabei werden acht Filme an einem einzigen Wochenende vorgeführt.

„Der Festival-Gedanke soll so richtig leben”, erklärt Rick Takvorian, Leiter des städtischen Veranstaltungsmanagements. „Man kann an diesen Tagen einfach mal reinschnuppern und etwas Neues kennenlernen.”

Mit der Auswahl der gezeigten Filme richtet sich das Festival besonders an ein junges Publikum. Zudem gibt es einen starken regionalen Aspekt: Am letzten Tag des Film-Festivals werden vier Filme der belgischen Dokumentarfilmer Jean Pierre und Luc Dardenne gezeigt. Deren Werke stellen sozialkritische Studien dar, die durch eigenwillige Bildsprache um Gedächtnis bleiben.

Durch die Filme sollen die Zuschauer zur Diskussion über Europa angeregt werden. Nach den Vorstellungen gibt es die Möglichkeit zur Diskussion über die Werke. Bei der Reihe „Ikonen des französischen Films” wird Professor Begenat-Neuschäfer jeweils eine kurze Einführung zu jedem Film geben. „Die Diskussion über Europa soll dadurch in Gang kommen. Die Menschen sollen sich darüber verständigen, wo sie herkommen und wo sie hingehen”, erklärt Müller.

Alle Filme werden in Originalfassung (meist mit Untertiteln) gezeigt. Dafür habe man sich ganz bewusst entschieden. „Diese Original-Aura ist ganz entscheidend für die Entstehung eines Films”, sagt Müller.

Das Programm in der Übersicht:

In der Reihe „Ikonen des französischen Films” werden vier Filme gezeigt: A bout de Souffle (Außer Atem), Dienstag, 10. Mai, 19.30 Uhr. La Peau Douce (Die süße Haut), Donnerstag, 12. Mai, 19.30 Uhr. Le Genou de Claire (Claires Knie), Montag, 23. Mai, 19.30 Uhr. Le Mepris (Die Verachtung), Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr.

Die Filme werden im Suermondt-Ludwig-Museum gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Die Karlspreis-Edition des Film-Festivals „Made in Europe” komprimiert acht Filme auf ein einziges Wochenende. Freitag, 13. Mai: Die Frau mit den 5 Elefanten (20 Uhr). Samstag, 14. Mai: I shot my Love (17 Uhr), Adem/Oxygen (18.30 Uhr), Flickan/The Girl (20 Uhr).

Am Sonntag, 15. Mai,werden vier Filme der Brüder Dardenne gezeigt.

Alle Filme werden im Space im Ludwig Forum für Internationale Kunst gezeigt. Der Eintritt beträgt pro Tag 5 Euro für Vollzahler und 2,50 Euro für Teilzahler.