Kommentar zu Radschutzstreifen: Absurde Staus kommen die Stadt teuer zu stehen

Kommentar zu Radschutzstreifen : Absurde Staus kommen die Stadt teuer zu stehen

Einfach irre! Mit ein paar Pinselstrichen für 234.000 Euro legt die Stadt einige Hauptverkehrsadern lahm. Zumindest zeitweise. Vor allem der Wegfall von Fahrspuren auf der Sedanstraße und auf der Stolberger Straße sorgt – welch Überraschung! – für extreme Rückstaus, vor allem im Berufsverkehr.

Da stehen dann auch Busse brav in der qualmenden Blechkolonne. Das macht den Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr selbstredend wahnsinnig attraktiv. Was für ein Eigentor.

Gerade in der Nähe des Autobahnanschlusses Fahrspuren auszuradieren, ist natürlich völlig falsch. Zur Klarstellung: Radfahrschutzstreifen – etwa auf dem Grabenring der Innenstadt – sind eine wichtige und richtige Einrichtung. Hier müssen Autofahrer hinter Radlern herrollen, bis sie gefahrlos mit 1,50 Metern Sicherheitsabstand überholen können.

Gut so. Aber diese Schutzstreifen sind kein Allheilmittel. Schon gar nicht, wenn sie anstelle von Autofahrspuren Extrastaus produzieren und damit für zusätzliche Abgase sorgen. Absurd: Da schrauben Verkehrsexperten am Hansemannplatz an ein paar Sekunden Rot- und Grünphasen herum, um den motorisierten Verkehr flüssiger und abgasärmer fließen zu lassen.

Und im Ostviertel produziert man Staus. Mobilität ist eine komplexe Angelegenheit. Weniger Abgase, mehr Sicherheit für Radler, weniger Staus und mehr Verkehrskapazität gleichzeitig? Das geht nicht. Kompromisse sind gefragt. Und Rücksicht statt Radikallösungen!

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