Aachen: Ab Januar ist Schluss mit den lauten Großbohrern

Aachen: Ab Januar ist Schluss mit den lauten Großbohrern

Der Bau des „Aquis Plaza“ mutet den Anwohnern ja einiges zu — dennoch verlief die Bürgerinformation zum aktuellen Stand der Bauarbeiten überraschend streitlos. Der Film über das Shoppingcenter, der per Computersimulation schon einmal einen ersten Eindruck vom Inneren des Konsumtempels geben soll, erntet an diesem Abend sogar Beifall vom Publikum.

„Natürlich ist die Baustelle ein bewegendes Thema für die Anwohner“, sagt Henning Zimmermann von der Investorfirma ECE. „Die Leute sehen jetzt aber, dass es voran geht. Das hilft.“ In der Vergangenheit hatte es rund um die Baugrube genügend Streit gegeben: Lärm, Schmutz, Kaffeetassen, die in den Regalen wackelten, Risse in Hauswänden und fehlende Parkplätze — nur einige der Unannehmlichkeiten für die Anwohner.

Acht Kräne werden aufgebaut

Zumindest was die Lärmbelästigung angeht verspricht Mark Apelt, Bauleiter von ECE, Besserung: „Ende des Jahres werden die Großbohrgeräte abgebaut.“ Bis März werde allerdings noch Erde ausgehoben. Auch danach sei das „Aquis Plaza“ dann immer noch eine Großbaustelle - ganz ohne Lärm ginge es nicht. Ab Januar 2014 allerdings startet der Hochbau. Alle zwei Monate, so Apelt, solle ein Geschoss fertig sein.

Acht Kräne werden ab diesem Zeitpunkt auf der Baustelle zu sehen sein, der größte von ihnen ganze 75 Meter hoch. Damit kann er locker den Kirchturm St. Adalbert überschwenken. Bis März werden sich die LKW-Fahrten durch das Suermondt-Viertel außerdem verstärken, denn dann wird Beton für die Gründungsarbeiten angeliefert. „Etwa dreißig Fahrtbewegungen am Tag erwarten wir im Schnitt“, sagt Apelt. Bislang war allerdings von durchschnittlich 80 Fahrten pro Tag die Rede.

Spätestens 2016 soll es dann soweit sein: Das „Aquis Plaza“ und das nebenstehende Wohn- und Geschäftshaus werden eröffnet. Auch die Archäologie scheint kein Hindernis mehr zu sein. Laut ECE sind die Arbeiten fast fertig. Man hofft sogar, dass die Eröffnung vielleicht auf Herbst 2015 vorgezogen werden kann. Auf sechs Geschossen tummeln sich dann Geschäfte, ein sogenannter „Food Court“ mit Imbissen und großer Ess-Lounge, Wohnungen und Parkplätze. Viel Glas lässt massenhaft Licht in das Innere der Galerie, Gastroflächen im Erdgeschoss sollen nach außen gerichtet sein und so das Umfeld beleben. Die einzelnen Bereiche des riesigen Shoppingcenters sollen dann verschiedene Farben haben, um den Besuchern die Orientierung zu erleichtern.

Warten auf Baugenehmigung

Bei der Frage, wer die Magnetmieter im Center sind, hält sich Architekt Jürgen Reimann weiter bedeckt. Er verspräche lediglich, dass man sie bereits „fest gebunden“ hätte und sie im „oberen Segment“ seien. Mehr wolle er aber nicht verraten.

Auch die Zweifel, ein solches Shoppingcenter sei für eine Stadt wie Aachen „einfach zu groß“ und gehöre in Großstädte wie Köln oder Düsseldorf kann Reimann nicht teilen. „Genau solche Bedenken gab es bisher bei jedem ECE-Projekt seit 1965. Aachen wäre da das erste Center, bei dem wir uns vertun würden.“

Nach dem ersten Spatenstich und den Erdarbeiten warte man nun auf die Baugenehmigung. Strabag-Bereichsleiter Rainer Maria Schäfer blickt positiv in die Zukunft: „Im vergangenen Jahr ist unglaublich viel passiert.“ Man sei, was die weitere Entwicklung angehe, absolut zuversichtlich, den Bau nach Plan abschließen zu können.

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