Aachen: Aachens Studenten können zu speziellen Ladenhütern werden

Aachen: Aachens Studenten können zu speziellen Ladenhütern werden

Wenn im kommenden Herbst große Studentenscharen in die Aachener Hochschulen strömen, wird gleichzeitig für andere Wohnungssuchende die Not größer. „Das führt zu einer Konkurrenz von jungen Familien und Studenten“, sagt Gisela Nacken, Planungs- und Umweltdezernentin der Stadt Aachen. „Wir haben heftigen Druck auf dem Wohnungsmarkt.“ Soweit die eine Seite der Medaille.

Dementgegen stehen die vielen leerstehenden Ladenlokale und Büroräume, vor allem im Bereich Krugenofen in Burtscheid. „Wir wollen dafür werben, dass leerstehende Geschäftsräume zumindest temporär als studentischer Wohnraum genutzt wird“, sagt Nacken.

Im Rahmen der Initiative „Extraraum“ versucht die Stadt Aachen, so neue Wohnmöglichkeiten zu erschließen. Für die Vermieter von bisherigen Geschäftsräumen sind zwar zunächst Investitionen nötig, doch gerade bei lange leerstehenden Räumen winken dann wieder zuverlässige Mieteinnahmen. Die Anzahl der Studenten in Aachen soll nach Schätzungen der Stadt bis 2020 auf hohem Niveau bleiben. „Wir rechnen damit, dass wir im Wintersemester 2013/2014 die Schallmauer von 50.000 Studierenden durchbrechen“, erklärt Boris Mehlkopf, Hochschulbeauftragter der Stadt Aachen.

Die Hürden beim Umbau sollen für die Eigentümer von Geschäfts- und Büroräumen gering ausfallen: „Wir wollen helfen, soweit wie es geht“, bekräftigt Martin Frauck vom Fachbereich Bauaufsicht. „Es gibt aber auch Grenzen.“ Ein Auge zudrücken will die Verwaltung, wenn ein Fenster nicht genau den vorgegebenen Maßen entspricht, die Anzahl der Parkplätze zu gering ausfalle oder der Wärmeschutz veraltet sei.

Keine Kompromisse gibt es beim Brandschutz, aber der sollte ja bislang auch für die geschäftliche Nutzung vorhanden sein. Für die Nutzungsänderung müssen die Eigentümer zwar einen Antrag stellen, da die baulichen Maßnahmen selbst aber genehmigungsfrei sind, kann — in Absprache mit der Bauaufsicht — direkt mit dem Umbau begonnen werden.

Nicht im Schaufenster wohnen

Beispiele für diesen Wechsel vom Geschäfts- zum Wohnraum gebe es in Aachen bereits. Und die Rückkehr zur Nutzung als Geschäftsraum sollte in der Regel problemlos möglich sein. Obwohl Studenten bald in Wohnungsfragen flexibler sein müssen, die Umbaumaßnahmen sollten angemessen sein: „Im Schaufenster will natürlich keiner wohnen“, sagt Frankenberger.

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