Aachens Osthalle nach Sanierung ab Montag geöffnet

Schwimmen in Aachen : Osthalle nach Sanierung hell erleuchtet

Mit Straßenschuhen läuft Heiner März normalerweise natürlich nicht durch den Hallenbereich der Osthalle. Doch das große Reinemachen nach der Sanierung der Schwimmhalle steht erst noch aus. Am Donnerstag kommt die Putzkolonne.

Da kann dann auch der Geschäftsführer der Aachener Bad & Sport gGmbH, Betreiber der Halle am St.-Josefs-Platz, mal eine Ausnahme machen und von der Benutzungsordnung abweichen. Was am Boden der Osthalle zu sehen ist, interessiert März an diesem Dienstag sowieso herzlich wenig. Stattdessen richtet sich sein Blick nach oben – an die Decke. Dort strahlen 54 neue LED-Leuchten – jeweils „in 500 Lux“, betont März. Das entspricht in etwa der empfohlenen Beleuchtung für konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch. Und gilt auch für Schwimmwettkämpfe als ideale Leuchtkraft, damit Sportler und Zuschauer ausreichend Sicht haben, wie März erläutert. Zum Vergleich: An einem hellen Sonnentag können draußen etwa 100.000 Lux gemessen werden.

Beschwerden über eine zu schlechte Sicht, die es laut März im Rahmen von Wettkämpfen immer mal wieder gegeben hat, sollten nun also der Vergangenheit angehören. Für den Standort Aachen als Austragungsort für Schwimmwettkämpfe ist das nicht unerheblich. Ist doch die Osthalle neben der Ulla-Klinger-Halle die einzige in Aachen, in der die Zuschauer von einer Tribüne aus die Sportler im Wasser anfeuern können – und zwar auf mehr als 200 Sitzplätzen. Jede Menge Zuschauer werden bereits am kommenden Freitag erwartet, wenn der Aachener Schwimmverein (ASV) 06 bis einschließlich Sonntag, 28. Oktober, das Internationale Schwimmfestival ausrichtet, bei dem sich die Sportler erstmals auch für die Kurzbahn-Weltmeisterschaft qualifizieren können – dann unter besten Lichtverhältnissen, versteht sich.

Umfangreiche Sanierung und Reparaturen

Damit das möglich ist, haben die Handwerker und Techniker in den vergangenen vier Wochen ein strammes Tempo vorgelegt. Seit dem 1. Oktober ist die Halle geschlossen. Angepackt wurden nicht nur die Deckenleuchten im Schwimm- und Eingangsbereich. Neben kleineren Malerarbeiten und der Errichtung eines neuen Erste-Hilfe-Raums wurden auch der Sprungturm umfänglich saniert und die Heizungs- und Lüftungsanlagen mit neuen Steuerungsgeräten optimiert. Allein für die Lichtanlage, die über Sensoren gesteuert wird und dimmbar ist, hat die Stadt rund 60.000 Euro in die Hand genommen, berichtet Rainer Jennes vom städtischen Gebäudemanagement.

Dass die Osthalle ab Montag, 29. Oktober, pünktlich zum Ende der Herbstferien wieder der Allgemeinheit zur Verfügung steht, dürfte vor allem die Schulen freuen. 26 Einrichtungen suchen die Osthalle regelmäßig mit ihren Schülern auf, berichtet März. 2017 seien so rund 35.000 Jungen und Mädchen im Rahmen des Schulschwimmens zusammengekommen. Nach den Herbstferien kommen dazu außerplanmäßig noch rund 140 Schüler des Inda-Gymnasiums. Normalerweise werden die Schüler aus Kornelimünster in der Schwimmhalle Brand unterrichtet. Doch die ist seit September wegen eines Legionellenbefalls geschlossen.

Sind froh, dass man bei der Sanierung der Osthalle den Zeitplan einhalten konnte: (von links) Heiner März, Geschäftsführer der Aachener Bad & Sport GmbH, Simone Deloie vom Stadtsportbund Aachen, Gerta Keller, stellvertretende Leiterin des Fachbereich Sports, und Rainer Jenner vom Gebäudemanagement. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Dass die Modernisierung der Osthalle mit der außerplanmäßigen Schließung der Schwimmhalle Brand zusammenfiel, bedauert Gerta Keller, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Sport. Schließlich werde langfristig geplant, zu welchem Zeitpunkt die Sanierung von Sportstätten, die mit einer Schließung einhergehen müssen, am sinnvollsten ist. Damit so wenig Nutzer wie möglich eingeschränkt werden. „Das hat uns natürlich getroffen.“ Nicht zuletzt, weil es zunehmend schwieriger werde, Handwerksbetriebe zu finden, die Aufträge übernehmen. Erst recht, wenn die Zeit drängt. „Die Firmen sind ausgelastet“, bestätigt Jennes. Deshalb sei bei der Stadt auch zunehmend logistisches Arbeiten gefordert: Termine müssen verschoben, Sanierungsarbeiten umgeplant werden, sobald ein Notfall dazwischenkommt.

Schwimmhalle Brand wohl bis Januar geschlossen

Dass dieser „Notfall“ in Brand bis Ende Januar behoben ist, hofft Keller. Vergangene Woche begannen die Sanierungsarbeiten. In den kommenden Monaten werden die komplette Warmwasseraufbereitung und die Duschbereiche in der Schwimmhalle saniert. Für die Sportanlage in Brand ist es bereits der zweite Legionellenfall in diesem Jahr. Bereits im April musste die Schwimmhalle wegen eines Legionellenbefunds geschlossen werden. Damals wurden die Bakterien allerdings im Umkleide- und Duschbereich des angrenzenden Sportplatzes gefunden. Für die Sanierung in Brand rechnet die Stadt zurzeit mit Kosten in Höhe von rund 380.000 Euro, wie Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilt.

Die Schwimmhalle Brand bleibt wegen eines Legionellenbefalls voraussichtlich bis Ende Januar geschlossen. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Nicht für alle 17 Schulen, die die Halle in Brand nutzen, habe man einen Ersatzstandort für den Schwimmunterricht gefunden, berichtet Keller, was indes nicht verwunderlich sei. „Dann hätten wir ja auch zu viele Leerstände gehabt.“

In wenigen Tagen wird zumindest einer dieser vorübergehenden Leerstände wieder mit Leben gefüllt. Dann auch garantiert ohne Straßenschuhe im Hallenbereich.