Aachen: „Aachens Neue Mitte” kommt gut an

Aachen: „Aachens Neue Mitte” kommt gut an

Ein bisschen besseres Wetter hat sich Helmut Falter für die zweite Eröffnung von „Aachens Neuer Mitte” an diesem achten Mai schon gewünscht. Der Himmel ist grau, das Thermometer zeigt 8 Grad - zum Glück ist es trocken.

Der Senior-Geschäftsführer der Mayerschen Buchhandlung war schon bei der ersten Einweihung des Areals rund um den Elisenbrunnen kurz vor Weihnachten dabei, und auch da hat das Wetter nicht mitgespielt. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wurde der Park zwar offiziell eröffnet, aber allen Beteiligten war klar, das es das nicht gewesen sein kann.

„Daraufhin habe ich bei den 35 an Hartmann- und Ursulinerstraße ansässigen Geschäftsleuten angefragt, wie sie zu einer weiteren Veranstaltung stehen”, erklärt Falter. „Mit deren finanzieller Unterstützung haben wir dann den heutigen Tag geplant.”

Die RWTH Big Band und der Chor „sing-A-pur„ begleiten das Zerschneiden des Baustellenabsperrbandes durch Oberbürgermeister Marcel Philipp, das die endgültige Übergabe an die Aachener Bürgerinnen und Bürger symbolisieren soll.

Die haben freilich das Gebiet um die Quellen längst angenommen. An den zurückliegenden Sonnentagen waren die Terrasse des Restaurants und auch die Grünflächen stets gut gefüllt.

„Ich finde die Neugestaltung sehr gelungen. Der Park ist so schön offen”, sagt Anne Hesse. Die ältere Frau macht mit einer ausladenden Handbewegung deutlich, dass sie die gesamte, einem Amphitheater ähnelnde Anlage meint. „Ich fand es zwar anfangs schade um einige alte Bäume, aber jetzt gefällt es mir gut. Hoffentlich bleibt es so.” Damit spielt sie auf die Probleme mit dem gewaltigen Müllaufkommen in den letzten Wochen an.

Ein Herr, der sich auf keine weitere Diskussion einlassen will und auch seinen Namen nicht preisgibt, bekundet seine Freude über die Vertreibung der so genannten „Trinker„. „Die haben sie weggeekelt.”

Doch das 2,4 Millionen Euro teure Projekt stößt nicht bei allen Bürgern auf Begeisterung. „Ich finde es zu sehr gestylt, zu sehr nach dem Motto: Urbane Stadtkultur„, sagt Norbert Pelzer. Freundin Susanne Malms vermisst das Ursprüngliche an dem Entwurf, sieht jedoch ein, dass es vor allem die Stadt repräsentieren und Touristen ansprechen soll.

Der OB ist von Aachens Neuer Mitte überzeugt und streicht die wirtschaftlichen Vorteile heraus. „Die Neugestaltung ist ein Dienst an Aachens Geschäftsleuten, vor allem an denen längs der Hartmann- und der Ursulinerstraße, die durch die Baustelle fast 13 Monate benachteiligt wurden.”

Ein noch ausstehendes Projekt ist die archäologische Vitrine, in der ein Ausschnitt aus der über 5000-jährigen Siedlungsgeschichte Aachens gezeigt werden soll. Der Start der Baumaßnahme ist für den Herbst geplant.

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