Aachen: Aachens frechste Silberlocke ist schon 25!

Aachen: Aachens frechste Silberlocke ist schon 25!

Sogar der Herr Bischof wurde mit ein paar geistlichen Herren von der Bistumsspitze gleich nebenan gesichtet. Aber selbst der hat nicht ahnen können, dass zeitgleich „hinten durch”, im feinen Gewölbe des Ratskellers, die Lü vajjen Ziedong mit denkbar illustrer Gästeschar derart viel Weihrauch in eigener Sache verpulvern würden. Recht so!

Denn kein Geringerer als os Mullefluppet persönlich hat am Sonntag just dort prächtigst Hof gehalten, wo er vor nunmehr 25 Jahren das Licht der Welt erblickte. Wenn das kein Grund zum Feiern ist- und nicht sogar ein prima Anlass, mit Rathaus-Hausmeister Heinz Spees den nächsten Mullefluppet-Preisträger erst auf den Arm zu nehmen und dann auf den Thron zu heben...

Glauben kann man´s ja kaum. Doch dass der spleenige Kolumnenclown seine Leser seit genau einem Vierteljahrhundert so unverschämt nett becirct, ist quasi amtlich belegt: mit - bislang - sage und lese 7289, mal witzigen, mal leicht sauertöpfischen, immer fies frechen Anekdötchen. „Ungezählten Redakteuren hat das Kerlchen den letzten Nerv geraubt”, würdigte AZ-Redakteur Manfred Kutsch die besonderen Verdienste des schlacksigen Schwadroneurs.

Als geistiger Vater und mithin Erfinder des pratschjecken Predigers vom Dienst muss er´s ja wissen!Genauso wie das halbe Dutzend Lokalchefs dieser Zeitung, die der schönste Schreiberling schlechthin seit jenem 15. Dezember 1984 verschlissen hat, als er seine ersten Zeilen durch die Druckmaschine sausen ließ. „Egal, ob er den Busfahrer lobte oder die Verkäuferin auf die Schippe nahm - auf seine spielerisch-leichte Art hat er manches angestoßen”, zögerte einer von ihnen, AZ-Chefredakteur Bernd Mathieu, nicht mit einer galanten Gegendarstellung.

Gar nicht zu schweigen von den vielen „Opfern”, die als Mullefluppet-Preisträger die unverwechselbare Kultfigur aus der Werkstatt des Restaurators Frank Seeliger - zuerst im Ratskeller, seit 1994 schließlich alljährlich im Saalbau Kappertz - überreicht bekamen. Und selbstredend waren auch sie fast geschlossen zugegen, als das Mullefluppet-Kuratorium seiner nieder-, aber lachtränenträchtigen Berufung einmal mehr aufs Gemeinste nachkam.

Schließlich will der Mensch, der die Bronzetrophäe in Gestalt des unverwüstlichen AZ-Troubadours bei der „silbernen” Preisverleihung am 18. März in Händen halten soll, zuvor traditionell und ganz gediegen jebüllt sein - damit er final beweisen kann, dass er die fürnehmsten Tugenden des Westzipflers im Herzen trägt: Humor, Schlitzohrigkeit, Hilfsbereitschaft, heiße Liebe zu Aachen. Also hat sich der heimliche Chef im Rathaus - Heinz Spees - eine Etage tiefer erst mal mächtig über ungelegte Eier aufregen müssen, och härrm. Es kam, wie es kommen musste. Die bohrenden Fragen der Chef-Inquisitoren Manfred Kutsch und Christian Mourad parierte Spees, trotz sichtlicher Pein, mit schlauer Schlagfertigkeit.

Nicht ahnend, was für einen Eiertanz die Herren ihm da bescheren würden, ließ er sich willig und reichlich verkackeiern: Ob denn der schwunghafte Handel mit taufrischen Eiern aus der heimischen Hühnerzucht in Horbach, den er seit Jahr und Tag an seinem Arbeitsplatz betreibe, die Gewerbewächter und die Profis vom Wochenmarkt noch nie auf die Barrikaden getrieben habe? „Nö. Die Hühner gehören meiner Frau Mutter!”

Ob denn Ex-OB Jürgen Linden ihn nicht mal wegen unangemeldeten Nebenerwerbs die Leviten gelesen habe? „Der war mein bester Kunde!” So ging´s - bis es endlich „Klingelingeling!” machte und das tolldreiste Kuratorium dem nunmehr offiziellen Mullefluppet-Preisträger gnädigst das erste Ständchen angedeihen ließ: „Er ist der Eiermann. Klingelingeling, jetzt woll´n wir seh´n, ob er auch feiern kann. Denn unser Heinz kriegt nächstes Jahr - was er nicht weiß - für seine Art von uns den Mullefluppetpreis.”