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Die Dürre und ihre Folgen: Aachens Bäche sind staubtrocken

Die Dürre und ihre Folgen : Aachens Bäche sind staubtrocken

Hitze und Trockenheit haben erneut katastrophale Folgen für den Stadtwald. Die Waldbrandgefahr ist enorm und inzwischen sind auch die üblicherweise wasserführenden Bäche ausgetrocknet. Für viele Bäume ist die Not groß, auch Tiere müssen harte Zeiten überstehen.

Das ganze Elend wird Waldbesuchern am gern besuchten Brückchenweg deutlich vor Augen geführt. Wo sonst Pferde eine Pause einlegen, um zu saufen, Kinder mit Ästen Staudämme aufschichten und Hunde durch den Beverbach tollen, kann nur noch ein staubtrockenes Bachbett durchwandert werden. Ähnlich sieht es an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet aus. Der Lebensraum für Stichlinge, Libellen, Bachflohkrebse und anderes Kleingetier ist komplett trockengefallen.

„Es ist ein Phänomen der letzten drei Jahre“, sagt Aachens Forstamtsleiter Gerd Krämer. Im Dürrejahr 2018 hat er es erstmals in dieser extremen Form erlebt, letztes Jahr erneut und nun wieder. „Die Bodenwasserspeicher und die Niederschläge reichen einfach nicht mehr aus, um die Bäche zu füllen.“

Den sicheren Tod bedeutet das für die Lebewesen in den Fließgewässern und Feuchtbiotopen, aber auch andere Waldbewohner haben Stress. Noch macht sich Krämer allerdings keine allzu großen Sorgen um Wildschweine, Rehe, Füchse, Marder oder Dachse. „Ein paar Wasserreservoire und Pfützen gibt es noch, und das Wild kennt sicher mehr als ich“, sagt er. Rehe kämen auch mit dem Äsen frischer Knospen ganz gut über die Runden. Und viele Tiere reduzieren ihren Wasserbedarf, indem sie sich wenig bewegen und im Schatten liegen bleiben. „Dort sollte man sie auch nicht stören.“

Auch die kleinen Schauer, die es dieser Tage gibt, helfen immerhin punktuell. Wirklich nötig sei jedoch ein richtiger Landregen, der am besten wochenlang andauern sollte, meint Krämer. Damit wäre dann auch den Bäumen geholfen, die nach dem dritten Dürrejahr in Folge extrem geschwächt sind. „Das Defizit addiert sich von Jahr zu Jahr“, sagt Krämer, der sich längst auch um Tiefwurzler wie Eiche, Kiefer oder Erle Sorgen macht. Ihre Wurzeln können bis in vier Meter Tiefe reichen. „Aber selbst da ist nicht mehr viel Wasser.“ Die meisten Bäume durchwurzeln jedoch nur einen Bereich bis in zwei Meter Tiefe. Dort ist inzwischen alles trocken.

Höchste Zeit also für den herbeigesehnten Landregen. Der aber ist weiterhin nicht in Sicht.