Aachenerin bei der Triathlon-Weltmeisterschaft

Im Einsatz zugunsten des Hospizes am Iterbach : Am Start mit einem besonderem Ziel

Karen John geht bei der Weltmeisterschaft der Triathleten in Lausanne ins Rennen und sammelt Spenden für das Hospiz am Iterbach.

Es war im Studium, als Karen John zu einer Freundin sagte: „Komm, wir machen mal bei einem Triathlon mit.“ Aus der spontanen Idee wurde eine anstrengendes Unterfangen, das aber so viel Spaß machte, dass viele weitere Wettbewerbe folgten. Und Erfolge. Zum Beispiel ein zweiter Platz in der Altersklasse beim Indeland Triathlon und beim Ironman in Westfriesland.

Ihr Studium der Tiermedizin hat Karen John inzwischen abgeschlossen, als Tierärztin gearbeitet und sich ihre zweite berufliche Leidenschaft – die Fotografie – zur Profession gemacht. Geblieben ist die Freude an der Bewegung und am Wettkampf. Vorläufiger Höhepunkt: die Triathlon-Weltmeisterschaft in Lausanne.

In der Schweiz geht die Frau aus Reihen des DLC Aachen am 1. September in der Amateur-Liga mit einer realistischen Zielsetzung an den Start: „Ich rechne mir keine Chancen auf die Spitze aus und werde vor allem das Dasein genießen.“ Und doch hat Dr. Karen John schon jetzt einen ganz besonderen Erfolg erzielt. Sie stellt ihren persönlichen Start in den Dienst des Hospizes am Iterbach: „Es wird ein tolles Erlebnis für mich, und es wird ein noch schöneres mit dem Gedanken, anderen Menschen damit etwas zu helfen.“

Die Bescheidenheit ehrt die Sportlerin, wird ihrem Engagement aber nicht ganz gerecht. Denn zum einen hofft sie, dank mehrerer Sponsoren am Ende 4000 bis 5000 Euro spenden zu können, zum zweiten verhilft sie dem Hospiz zu positiven Schlagzeilen. Und drittens wird sie zu einem Beispiel, das als Muster zum Kopieren taugt. Das Hospiz hat sie ganz bewusst ausgesucht, denn in der Vergangenheit hat sie selbst erfahren, „welche wichtige Rolle ein Hospiz oder ein ambulanter Hospizdienst in der Betreuung von schwer kranken Menschen spielen können“. Die Kosten für Start und Unterbringung trägt sie komplett selbst.

Ins Detail geht sie nicht, aber man erahnt die persönliche Empathie. Und da die Medizinerin/Fotografin um die Spendenbedürftigkeit auch von Hospizen in der Region weiß, stand für sie fest: „Das Hospiz am Iterbach erschien mir hier genau richtig.“ Gerade der nur scheinbare Gegensatz von trainierten Athleten und Menschen in ihrer letzten Lebensphase spiegelt in seiner Bandbreite stets das Dasein, dem man auch in Hospizen begegnet. Die 34-Jährige möchte genauso direkt helfen wie auch zur Hilfe motivieren und einen Beitrag zur Enttabuisierung leisten.

Unabhängig vom sozialen soll das sportliche Engagement dabei aber nicht zu kurz kommen. Natürlich freut sich die Frau auf das Sportevent, auf das Treffen mit den anderen Teilnehmern des deutschen Teams. Sie selbst startet am 1. September über die olympische Distanz. Das heißt 1,5 Kilometer Schwimmen im Genfer See, 40 Kilometer Radfahren und zehn KiIometer Laufen.

„Wenn ich das Schwimmen hinter mir habe, kommt die Genussphase“, hat sie klare Favoriten. Sie wird gewiss im Ziel ankommen und tolle Erinnerungen von der WM mitbringen. Und Erfahrungen, die sie als zukünftige Trainerin weitergeben will. Auch hier schließt sich durch das Engagement von Karen John ein Kreis – der von der Jugend zu den Menschen am Lebensende.

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