Aachener Unfallkommission will Kreuzung Hansemannplatz sicherer machen

Hansemannplatz : Einfache Lösung soll das Leben für Radfahrer sicherer machen

Viele Monate lang wurde diskutiert, gut sieben verschiedene Varianten wurden geprüft, am Ende wurde eine überraschend simple Lösung gefunden, um das Leben für Radfahrer am Hansemannplatz sicherer zu machen: Künftig soll die Buslinie 54 bereits ein paar Meter früher nach rechts abbiegen als bisher. Auf diese Maßnahme hat sich am Mittwoch die städtische Unfallkommission verständigt.

Schon ab kommenden Montag werden sich die Busfahrer und auch die Fahrgäste auf die neue Situation einstellen müssen, wie das Presseamt der Stadt am Mittwoch mitteilte. Die Linie 54 wird dann von der Monheimsallee kommend nach rechts direkt auf die normale Fahrspur der Peterstraße einschwenken und nicht länger ein paar Meter weiter die in der Mitte liegende Busspur ansteuern. Der Vorteil mag nicht jedem sofort einleuchten, doch die Mitglieder der Unfallkommission sind offenbar überzeugt, damit die richtige Antwort für das komplexe Geschehen auf der Kreuzung gefunden zu haben. Es ist zudem eine Lösung, die schnell und ohne aufwendige Umbauten umgesetzt werden kann.

Wie Harald Beckers vom Presseamt erläutert, erhofft sich die Kommission von der neuen Busführung eine klare und für jeden leicht erkennbare Verkehrssituation. Für den abbiegenden Busfahrer seien Fußgänger und Radfahrer besser zu überblicken, aber auch Radfahrer könnten sich früh genug auf das Rechtsabbiegemanöver des Busses einstellen. Bisher fahren sie weiter in die Kreuzung hinein und deuten damit eine weitere Geradeausfahrt an.

Dieser Situation ist vermutlich auch Ende April 2017 eine junge Radfahrerin zum Opfer gefallen, die dort von einem nach rechts abbiegenden Bus erfasst und tödlich verletzt wurde. Der Unfall war Auslöser einer neuerlichen intensiven Debatte über die Sicherheit für Radfahrer im Aachener Straßenverkehr. In einer ersten Maßnahme wurde bereits im Mai 2017 eine verlängerte, rot eingefärbte Radspur angelegt.

Ob sich die neue Busführung bewährt, soll laut Beckers in einer Testphase zunächst noch genauer beobachtet werden. Im Grunde seien aber bereits alle Fachleute zuversichtlich, dass sie als Dauerlösung Bestand haben könne. Diskutiert worden seien auch aufwendige Ummarkierungen und sogar Umbauten auf dem Hansemannplatz, die aber allesamt als zu kompliziert verworfen worden seien. Auch eine neue Linienführung, mit der das Rechtsabbiegen vermieden werden sollte, war im Gespräch. Dies hätte für Fahrgäste jedoch größere Nachteile gehabt.

Nutzer der Linie 54 müssen sich dennoch auf eine Änderung einstellen, denn der Halt am Hansemannplatz wird ab kommendem Montag entfallen. Ab Eurogress fährt der Bus dann bis zum Bushof durch, weil es andernfalls zu langen Rückstaus auf dem Hansemannplatz kommt, wie Praxistests bereits bewiesen haben.

Mehr von Aachener Zeitung