Aachen: Aachener TG ist unterwegs in ungeahnte Höhen

Aachen: Aachener TG ist unterwegs in ungeahnte Höhen

Bei der ATG ist man unterwegs in ungeahnte Höhen. Der Winterlauf, der seit Jahrzehnten als die herausragende Lauf-Veranstaltung am Jahresende gilt, hat freilich diese Höhen auf dem Anerkennungs-Barometer in der Läuferszene schon lange sicher, die Stabhochspringer des Vereins haben sich ihre Meriten in dieser Form verstärkt in den vergangenen Jahren erarbeitet.

Dieser Höhenflug ist untrennbar mit dem Namen Wolfram Szentiks verbunden. Selbst dereinst ambitionierter Stabhochspringer, verschlug es ihn aus Studiengründen nach Aachen, wo er heimisch wurde.

Als Leichtathlet in Aachen ist der Weg zur ATG kurz, so dass er seit 1982 dort Mitglied ist. Doch erst 2014 geriet er in den Sog der vereinsinternen Trainersuche, wobei er sich ursprünglich nur darum kümmern sollte, die Verletzungsgefahr der Zehnkämpfer in Grenzen zu halten. Daraus wurde ein nachhaltiges Engagement mit dem Ergebnis, dass seine Schützlinge seitdem Ehrungen und Pokale zuhauf einheimsen.

Wenn man ihm dann beim Mittwochstraining zusieht, wie er am Rand der Sprunggrube beim Aufwärmen den jungen Sportlern ihre kleinen Unsauberkeiten beim Sprung aufzeigt, ahnt man schnell, dass eine große Leidenschaft sein Antrieb ist. Die Geschichten sprudeln nur so aus ihm heraus, und es dauert nicht lange, da lautet das Thema: Sporthalle!

Wie allen Leichtathleten fehlt auch ihm eine solche Trainingsstätte in der Region sehr, „wir werden bei den Wettkämpfen schon einmal als Schneespringer verspottet“, lächelt er das Manko weg. Denn gleichzeitig ist dieses Defizit auch eine Stärke seiner Sportler, kommen sie doch mit wechselnden Wetterbedingungen beim Wettkampf deutlich besser klar als die Konkurrenz.

Doch auf diesen Vorteil würde er gerne verzichten, bedeutet das Fehlen der Halle doch häufiges Reisen nach Düsseldorf, Leverkusen oder Wattenscheid. Neben der Zeit und den zusätzlichen Kosten heißt das auch jedes Mal großes Packen, denn die notwendigen Utensilien sind für Stabhochspringer mal nicht eben in der Sporttasche zu verstauen. Und mit wachsendem Erfolg und verbesserter Leistung steigt auch die Zahl der benötigten Stäbe, ein ziemlicher Aufwand.

Doch das alles stecken sie bei der ATG im Hinblick auf die zu erwartenden Erfolge weg. Szentiks Trainingsgruppe umfasst 14 Sportler, von der U 16 bis zu den Herren respektive den Damen. Zehnkämpfer sind ebenso dabei wie die Spezialisten, wobei der Übungsleiter sehr wohl auf eine umfassende sportliche Betätigung achtet. „Stabhochspringer sind meistens auch gute Zehnkämpfer, auf jeden Fall müssen sie gute Turner sein“, zeigt Szentik Schwerpunkte auf.

Ihm ist die Sicherheit seiner Athleten ganz wichtig, deshalb legt er großen Wert auf die Grundlagen und lässt sie immer wieder üben. Und schreitet auch schon einmal ein, wenn er einen Sportler anderer Vereine sieht, der seiner Meinung nach nicht entsprechend vorbereitet ist oder wenn eine Sprunganlage nicht den notwendigen Anforderungen entspricht. In diesem Verhalten begründet sich auch das Vertrauen seiner Schützlinge, darauf ist er besonders stolz.

„Ohne Vertrauen geht in dieser Sportart gar nichts“, weiß er um die Basis seiner Arbeit. Sponsoren für die Stäbe könnten sie noch gut brauchen, Platz für den Firmennamen bietet ein solcher Stab genügend. Ansonsten ist er mit den Leistungen der Gruppe hochzufrieden. Möglicherweise fällt im nächsten Jahr sogar der von Szentiks selbst vor fast 30 Jahren aufgestellte Kreisrekord, er hat da den 20-jährigen Jannis Wolf auf der Rechnung.

Doch wie groß die Erfolge auch sein mögen, am Sonntag sind sie alle als Helfer beim Winterlauf, eine Selbstverständlichkeit bei der ATG. Sie wissen um die Notwendigkeit der finanziellen Vereinsunterstützung, deshalb ist das Ehrensache.

Und danach kann es dann wieder hoch hinausgehen.