Aachener Techologie zum Anfassen

Versuchsphase des Pop-Up-Stores am Markt: Die Post kommt per Drohne

Summend landet eine Drohne im Vorgarten. Mit einem Plumps lässt das Fluggerät ein Päckchen fallen. Der Versand per Drohne – eine schräge Vorstellung, aber längst vorstellbar. Drei Wochen lang zeigte und debattierte die „Erlebniswelt Mobilität Aachen“ in einem Pop-Up-Store am Markt über die Mobilität von morgen.

Unter dem Slogan „Meine Stadt, meine Mobilität, meine Zukunft“ konnten sich Bürger und Experten über autonome Fahrzeuge und die Post per Drohne unterhalten.

„Das mit der autonomen Tür funktioniert schon mal“, scherzte Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Abschlussveranstaltung, nachdem die Tür sich aufgrund der vielen Passanten vor dem Laden sekündlich öffnete und wieder schloss. Zwar ist die elektronische Schiebetür nicht mehr innovativ, mit dem e.Go Life steht in Aachen aber auch ein autonomes Stadtauto in den Startlöchern, ebenso wie der e.Go Moove – ein selbstfahrender Bus. „Die meisten technischen Fragen sind beantwortet, aber die gesellschaftlichen nicht“, sagte Philipp. Der Pop-Up-Store sollte helfen, diese Fragen zu klären.

4000 Besucher

Über 4000 Personen betraten die temporäre Räumlichkeit am Markt 1, nicht zuletzt auch angetrieben durch den benachbarten Weihnachtsmarkt. In dem sogenannten „Reallabor“ gab es reichlich Technologie zum Anfassen: Ob das Forschungsfahrzeug „SpeedE“, E-Bike fahren mithilfe einer Virtual-Reality-Brille oder innovative Beleuchtungsanlagen für Elektro-Autos. „Die Resonanz zeigt, dass das Konzept ein richtiges war“, resümierte Dieter Begaß, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft und Europa der Stadt Aachen.

Zahlreiche Partner

Zahlreiche Partner waren an der Entwicklung des Pop-Up-Stores beteiligt, unter anderem die RWTH oder die e.GO Mobile AG.

Insbesondere der Dialog mit den Bürgern stand im Mittelpunkt des dreiwöchigen Ausstellungsraumes. Neben beispielsweise dem klassischen Radfahrer, Familienvater und Rollstuhlfahrer wurden auch Experten der Stadt sowie verschiedene Unternehmen in die Diskussion integriert. Mit interessanten Ergebnissen: „Fast jeder möchte frei von Abgasen in der Innenstadt leben“, erklärte Volker Gadeib von der Dialego AG.

Der bestbewertete Lösungsansatz: Die Schaffung von dezentralen Parkmöglichkeiten rund um Aachen, von denen aus die Menschen per Elektrobus oder Fahrrad ins Stadtzentrum fahren können. Ebenso diskutierten die 23 Workshop-Teilnehmer über Fahrradautobahnen oder überdachte Radstrecken. „Es sind nicht unbedingt Dinge, die sofort umgesetzt werden“, betonte Andera Gadeib, Geschäftsführerin der Dialego AG.

Comeback ist möglich

Der Pop-Up-Store wird nach seiner dreiwöchigen Lebenszeit nun wieder geräumt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass er künftig in neuem Gewand dorthin zurückkehrt. Derzeit werde nämlich ein Standort für das „Öcher Lab“ gesucht, in dem die Bürger sich mit neuer Technik auseinandersetzen können, erklärt Dieter Begaß. Die Räume am Markt seien für diese Idee eine interessante Option.

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