Aachener Stawag investiert weiter in zukunftsweisende Technologien

Stawag-Jahresbilanz : Schwarze Zahlen mit „grüner“ Energie

Der Aachener Energieversorger Stawag sieht sich technologisch und wirtschaftlich bestens aufgestellt. Viele zukunftsweisende Projekte sind derzeit in der Pipeline, berichteten die Vorstände Christian Becker und Wilfried Ullrich am Dienstag.

Insgesamt hat das Unternehmen im Jahr 2018 ein Gewinnergebnis von fast 24 Millionen Euro in die Bücher schreiben können.

Zeit zum Zurücklehnen bleibt auch in den Chefsesseln an der Lombardenstraße nicht wirklich. Aber: Die „Energiebilanz“ der Stawag in Sachen Umsätze, Investitionen und Gewinne für das vergangene Geschäftsjahr sorgt allemal für sonnige Gemüter – auch und vor allem, weil der kommunale Versorger auf dem regenerativen Sektor weiter mit seinen Pfunden wuchert, wie die Stawag-Vorstände Dr. Christian Becker und Wilfried Ullrich am Dienstag betonten.

Und davon profitiert bekanntlich auch die kommunale Kasse: „Inklusive der Konzessionsabgaben in Höhe von 14,5 Millionen Euro können wir diesmal mehr als 38 Millionen Euro an die Stadt beziehungsweise die städtische EVA ausschütten“, berichtete Becker. In gleicher Größenordnung, nämlich insgesamt 38,8 Millionen, hat das Unternehmen in die Strom-, ­Gas-, Wasser- und Wärmenetze investiert. Im operativen Gewinnergebnis (vor Zinsen und Steuern) stehen satte 23,8 Millionen unterm Strich, rund 700.000 Euro mehr als 2017. Sprunghaft angestiegen sind die Umsatzerlöse – nämlich von knapp 392 Millionen anno 2017 auf fast 579 Millionen 2018, was allerdings vor allem durch die Neuaufstellung der Regionetz GmbH bedingt ist.

Zurzeit erzeugt die Stawag laut Geschäftsbericht bereits über 450 Gigawattstunden „grünen“ Strom in eigenen Anlagen. Im Ganzen betreibt sie aktuell allein 25 Windparks und zwölf Solarfelder. Der Windpark im Münsterwald wird aktuell von derzeit fünf auf sieben Rotoren-Anlagen erweitert. Inzwischen, bilanzierte Becker nicht ohne Stolz, können rechnerisch alle rund 150.000 Privathaushalte in Aachen über Erzeugnisse aus regenerativen Energien versorgt werden. „Allerdings stehen wir vor allem beim Ausbau der Windenergie vor dem Problem, dass das Land NRW weitere Investitionen durch regressivere Regelungen, etwa im Zusammenhang mit Abstandsflächen, erschwert“, so Becker. Gerade angesichts der Debatte um die CO2-Reduzierung sei dies für ihn kaum nachvollziehbar.

Gleichwohl will und muss die Stawag weiter in vollem Umfang auf ökologisch zukunftsweisende Projekte setzen. Momentan seien neue Windparks in ganz NRW mit einer Gesamtleistung von rund 370 Megawatt in der Planungs-Pipeline. Im Herbst 2018 ist ein neues Blockheizkraftwerk auf dem Campus Melaten in Betrieb genommen worden.

Eine weitere große Kraft-Wärme-Kopplungsanlage soll in absehbarer Zeit gebaut werden. Zwecks Aufbau eines neuen Solarfelds in einer alten Kiesgrube in Walheim ist eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Dort könnten mittelfristig bis zu sechs Megawatt Strom erzeugt werden, berichtete Becker. Ferner setzt der Energieversorger auf Strom- und Wärmegewinnung aus Wasserstoff. So wurde die Modernisierung eines großen Pumpspeicherwerks im sauerländischen Rönkhausen vor wenigen Monaten abgeschlossen.

Und auch mit Blick auf die Förderung der E-Mobilität läuft der Motor rund. Inzwischen gibt es allein in der Stadt Aachen 140 Ladepunkte – damit stehe Aachen bezogen auf die Einwohnerzahl bundesweit an fünfter Stelle. In naher Zukunft sollen fast 1000 weitere Stromstationen in der Region entstehen. Auf sehr gute Besucherzahlen könne man zudem im neuen „E-Store“ am alten Posthof schauen. Neben umfassender Beratung werden dort inzwischen auch strombetriebene Fahrzeuge für Probefahrten angeboten.

Kurzum: Viele Herausforderungen stehen an der Lombardenstraße ins Haus – aber: „Vor allem durch unsere zukunftsweisenden Produkte und Dienstleistungen behaupten wir uns sehr gut im harten Wettbewerb“, so Wilfried Ullrich.

(mh)
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