Aachen: Aachener Stadtduell: Kurhaus gewinnt und Blau-Weiss jubelt

Aachen: Aachener Stadtduell: Kurhaus gewinnt und Blau-Weiss jubelt

Am Ende dieses denkwürdigen Tennistages brandete lauter Siegesjubel unter dem Anhang von Blau-Weiss Aachen auf der Anlage des TK Kurhaus Aachen auf. Gerade hatte das letzte Blau-Weiss-Doppel Yannik Reuter/David Marrero das Kurhaus-Duo Matthias Bachinger/Nils Langer im Champions Tiebreak mit 11:9 niedergekämpft.

Doch auf Seiten des Gastgebers rieb man sich ein wenig verwundert die Augen. „Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind wir doch mit 4:2-Partien als Sieger aus der Begegnung gegangen“, mutmaßte Kurhaus-Trainer Dominik Meffert — und hatte natürlich Recht. Der Vizemeister hatte sich gegen den Aufsteiger im prestigeträchtigen ersten Derby in der Tennisbundesliga keine Blöße gegeben.

Aber vielleicht gibt genau diese kleine Abschlussszene verlässlich und anschaulich die Größenverhältnisse in der Stadtduell-Premiere vor 1600 Zuschauern wider: Hier der fünffache Meister, der eigentlich nichts zu gewinnen hatte, dort der Underdog, der nicht viel verlieren konnte. So hatte beide Teams starke Aufstellungen ins Rennen gesetzt, wahlweise damit das Wunder entweder eintritt oder ausbleibt.

Der Klassenunterschied war dann vor allem bei den drei Topeinzeln zu sehen: Die Kurhaus-Spieler Pablo Cuevas (gegen Igor Sijsling), Florian Mayer (gegen Ruben Bemelmans) und Gastao Elias (gegen Yannick Mertens) setzten sich ohne große Mühe durch. Lediglich im vierten Einzel hatte der Belgier Yannik Reuter gegen Nils Langer, der erstmals für den TK Kurhaus spielte, das bessere Ende für sich.

So mussten — wie von den Gästen erhofft — die beiden Doppel über den Ausgang der Begegnung entscheiden. Denn der TK Kurhaus benötigte noch einen Matchgewinn zum Sieg, und Blau-Weiss hatte die sicher im Stillen erhoffte Chance auf einen Punktgewinn. Schließlich hatten Trainer Alex Jakubec und Teamchef Marc Zander nicht nur aus Übermut den spanischen Doppelspezialisten David Marrero verpflichtet.

Und beide Begegnungen liefen zunächst in einem seltsamen Gleichklang: Cuevas/Elias zogen für den TK Kurhaus gegen Sijsling/Bemelmans immer nach, und im zweiten Doppel legten Matthias Bachinger/Langer gegen Reuter/Marrero immer vor. In beiden Partien folgte ein Break im siebten Spiel, doch damit waren die Gemeinsamkeiten dann auch beendet. Cuevas/Elias kassierten nach ihrem Break das Rebreak, nahmen ihren Gegnern erneut den Aufschlag ab und sicherten sich den ersten Durchgang ebenso wie auch den folgenden. Der Sieg des TK Kurhaus stand also fest.

Auf dem Nebenplatz nutzten Bachinger/Langer zwar auch das Break zum Satzgewinn, doch Reuter/Marrero kämpften einfach weiter. setzten sich im zweiten Durchgang durch und erzwangen den Tiebreak. Hier hatte die Kurhaus-Paarung zunächst die Nase vorn, erarbeitete sich zwei Matchbälle, konnte aber beide nicht nutzen. So kam es dann — siehe vorn — zum hart umkämpften und laut bejubelten 11:9-Erfolg im Champions Tiebreak.

Beide Trainer waren jedoch schnell in der Lage, trotz der Hitze des Gefechts ausgewogene Analysen abzuliefern. „Mit dem 4:2 sind wir sehr zufrieden“, freute sich Kurhaus-Coach Dominik Meffert über den zweiten Sieg am zweiten Spieltag, bevor es für sein Team bereits am Sonntag zum Rochusclub nach Düsseldorf geht. „Es ist ein gerechtes Ergebnis, auch wenn wir in den drei Einzeln klar besser waren.“

„Das war ja am Schluss doch noch eine ganz enge Kiste, es hat sich gelohnt, unseren Doppelspezialisten an den Start zu bringen“, war auch sein Gegenüber Alex Jakubec trotz der Niederlage nicht unglücklich. „Wir haben hier hochklassige und spannende Begegnungen in einer sportlich fairen Atmosphäre miterlebt.“ Was gibt es eigentlich Besseres, als dass Sieger und Besiegter am Ende des Tages zur gleichen Einsicht kommen?