Aachener Stadtbetrieb feiert Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür

20 Jahre Aachener Stadtbetrieb : Zur Feier des Tages gibt es Extrarunden im Müllwagen

„Schön, dass du da bist“ – unter diesem Motto hatte der Aachener Stadtbetrieb eingeladen, sein 20-jähriges Bestehen zu feiern. Bei einem großen Tag der offenen Tür hatten Aachener die Gelegenheit, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu schauen, wofür der Stadtbetrieb genau zuständig ist.

Und das ist eine ganze Menge, das verrät schon der Blick auf das Betriebsgelände am Madrider Ring 20. Besucher konnten unter anderem die Werkstätten und das Salzlager für den Winterdienst besichtigen. 200 Helfer, gut zu erkennen in schwarzen T-Shirts mit dem Jubiläumsmotto, standen Rede und Antwort oder gaben Tipps für die heimische Beet- und Gartenpflege.

Dass die rund 700 Mitarbeiter hinter ihrem Stadtbetrieb stehen, sei auch in den Vorbereitungen zu spüren gewesen, meinte Michael Servos (SPD), Vorsitzender des Betriebsauschusses Aachener Stadtbetrieb. Mit viel Liebe zum Detail seien die Stände vorbereitet worden, vom Blumenschmuck bis zu weichen Platten, um die Verletzungsgefahr einzudämmen. Es sei bemerkenswert, dass der Stadtbetrieb so ein großer, bunter Laden sei, sagte Markus Kremer, Beigeordneter für Personal, Organisation, Stadtbetrieb, Feuerwehr und Umwelt.

Die Baumkolonne führte vor, wie Bäume gepflanzt werden. Zwölf Kubikmeter Fläche benötigt ein Baum eigentlich, wenn er neu gepflanzt wird, erklärt Bernd Boja. Doch so viel Platz gibt es in den städtischen Baumbeeten nicht. In tieferen Schichten sind außerdem Kabel und Leitungen verlegt. Damit sich die Bäume trotzdem entwickeln, wird ein Baumsubstrat mit eingepflanzt, dass, ähnlich wie bei einer Babywindel, die Feuchtigkeit im Boden speichert. Bei Trockenheit kann sich der Baum dann daran bedienen.

Trockenheit ist nach den vergangenen zwei Sommern überhaupt ein Thema. Gießwände und Gießsäcke sollen da Abhilfe schaffen. Auch Aachener waren in den Trockenperioden aufgerufen, „ihre“ Bäume in den Innenstadtbeeten zu gießen. Viel helfe da nicht unbedingt viel, meint Boja, „lieber regelmäßig kleinere Mengen, damit der Boden gut durchfeuchtet ist“.

Wer noch mehr zur Innenstadtverschönerung beitragen wollte, war beim Amt für Grünflachen richtig. Die Stadt bietet Patenschaften für Innenstadtgrünflächen an. Wer eine Patenschaft übernimmt, kann weitgehend selbst bestimmen, wie das Beet gestaltet wird. Anregungen und kleine Auflagen – die Bepflanzung darf nicht zu hoch sein und den Verkehr nicht einschränken – gibt es beim Amt. 750 Patenschaften gibt es, die älteste, erzählt Chris Adams, reicht in das Jahr 1985 zurück.

Daneben gehört die Pflege der Park- und Grünanlagen auf den städtischen Friedhöfen sowie der Straßenrandbegrünung zu den Aufgaben – über 940.000 Quadratmeter Fläche kommen da zusammen.

Beachtlich war auch die Schlange bei den Rundfahrten mit der Kehrmaschine und dem Müllfahrzeug. Vor allem die Kinder lieben die Fahrzeuge, weiß Ahmeti Neriton: „Sie finden es schön, vorne einzusteigen und mitzufahren.“ Doch nicht nur bei den Kleinen leuchten die Augen, sobald das Fahrzeug vorfährt. „Da fahren auch die Eltern gerne mit“, meint ein Besucher.

Auf dem Gelände am Freunder Weg 73 konnten in der Schilderwerkstatt eigene Schilder hergestellt und Straßenpflaster verlegt werden. Kleine Besucher konnten außerdem ihr Geschick beim Entenangeln mit dem Minibagger unter Beweis stellen.

790 Kilometer Fahrbahn, Geh- und Radwege betreut der Bereich Straßenunterhaltung. Daneben ist der Bereich auch für die Instandhaltung der Schachtabdeckungen in der Straße – Gulli- und Abflussdeckel – zuständig. Allein im vergangenen Jahr, als in der Aachener Innenstadt durch Starkregen die Straßen und Keller vollliefen, hatte man alle Hände voll zu tun, erzählt Tobias Köhler, Bereichsleiter Straßen und Verkehr.

Vor 20 Jahren bezogen das damalige Amt für Grünflächen und das Amt für Abfallbewirtschaftung das neue Betriebsgelände am Madrider Ring. 2007 kam der Baubetrieb hinzu. Der Einblick in die Arbeit des Aachener Stadtbetriebs eröffnete dem einen oder anderen Besucher neue Perspektiven – vielleicht auch in beruflicher Hinsicht. Der Stadtbetrieb ist einer der größten Ausbildungsbetriebe, der vor allem in handwerklichen Berufen eine Perspektive bietet. „Wir brauchen gute Leute für die Stadt, betonte Thomas Thalau, Leiter des Aachener Stadtbetriebs.

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