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Aachen/Alsdorf: Aachener Region effizient mobil

Aachen/Alsdorf : Aachener Region effizient mobil

Berufsverkehr sieht oft so aus: Endlose Autokolonnen, in denen sich gequälte Alleinfahrende an Bussen vorbeischieben, in denen ebenfalls etliche Plätze frei sind. Viel Blech auf der Straße - bei kaum genutzter Transportkapazität. Geht es nach Armin Langweg, soll das in der Städteregion bald ganz anders aussehen.

Er ist als Regionaler Koordinator in Sachen Mobilitätsmanagement unterwegs, um durch clevere Vernetzung für eine ganz neue Bewegungsfreiheit zu sorgen.

Möglich ist sein - zunächst auf ein Jahr befristeter - Einsatz, weil er vom Bundesumweltministerium finanziert wird. Das hat die Aachener Region als eine von 15 Modellregionen bundesweit in das Aktionsprogramm „effizient-mobil” aufgenommen. Effizienz ist das Stichwort. „Wir müssen die bestehenden Transportangebote viel besser vernetzen und auslasten”, sagt Langweg. Er wird etliche Klinken putzen müssen, das weiß er.

Bei großen Firmen etwa, deren Mitarbeitern er ein Leihsystem für (Elektro-)Fahrräder schmackhaft machen möchte oder das Bilden von Fahrgemeinschaften. Beim Aachener Verkehrsverbund, um vielleicht bessere Konditionen für Job-Tickets auszuhandeln. Bei Kommunen, um vielleicht Lücken in Radwegenetzen schließen zu können. „Der mögliche Erfolg liegt in der Koordination von ganz vielen Faktoren”, sagt er.

An Akzeptanz scheint es nicht zu mangeln. Bei einer Auftaktveranstaltung im Alsdorfer Energeticon kamen rund 70 Akteure von AVV bis ADAC, von Verwaltungsmann bis Fahrradhändler zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie man Individualverkehr und ÖPNV besser verknüpfen kann. Weitere Workshops sollen folgen. Das gemeinsame Streben könne sich nur lohnen, sagt Langweg. „Mobilität endet ja nicht an der Stadtgrenze. Das ist ganz klar ein Städteregionsthema!” Zumal etwa 40 Prozent der Mitarbeiter in Aachener Unternehmen aus dem Kreisgebiet stammten.

Nicht nur den Umweltschutz hat das Projekt im Blick. Auch touristisch könne man eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur nutzen. „Die Grünmetropole ist zum Beispiel etwas, mit dem man bundesweit punkten kann.” Auch wirtschaftlich stecke viel Potenzial im Thema. „Große Firmen können enorm sparen, wenn sie ihren Fuhrpark verschlanken und Spitzenbedarf etwa mit Leihwagen abdecken.”

Und wenn künftig statt vieler halbleerer Wagen weniger Autos, dafür aber mit mehreren Mitfahrern besetzt, unterwegs sind, könnte das weitere Auswirkungen haben. Langweg: „Es gibt sicher Parkraum in der Städteregion, den man sinnvoller nutzen kann.”

Das erste Mobilitätsmanagement wurde in den 70er Jahren in den USA entwickelt. Damals gab es die ersten organisierten Fahrgemeinschaften, die seit den 80er Jahren auch in Deutschland populär sind.

Die Ergebnisse der Workshops in der Städteregion sollen in einen Masterplan Mobilitätsmanagement münden, der bis Mitte 2010 erstellt sein soll.