Aachener Polizeipräsidium bereitet Umzug vor

Umzug des Polizeipräsidiums : St. Georg hält jetzt an der Debyestraße Wache

Kunstwerk von Wolfgang Binding ist vom alten ans neue Polizeipräsidium umgezogen. Die „Kollegen“ folgen im April.

Ein bisschen wirkte es so, als habe er gar keine Lust, schon Monate vor allen anderen umzuziehen: Am Mittwochmorgen ist die Bronzestatue des Heiligen Georgs vom alten Aachener Polizeipräsidium in der Soers an den Neubau in Brand gezogen – mit ein paar kleineren Komplikationen. Drachentöter, Beschützer gegen Pest, Helfer bei Kriegsgefahren und Beschützer der Haustiere. Der Heilige Georg ist ein beeindruckender Mann. Das gilt auch für sein in Bronze gegossenes Abbild aus der Kunstwerkstatt von Professor Wolfgang Binding. Seit 1981 steht das Georgs-Kunstwerk vor dem Aachener Polizeipräsidium. Das soll es auch in Zukunft, wenn die Behörde an die Debyestraße in Brand zieht. Darum wurde der Schutzpatron am Mittwochmorgen in einer aufwendigen Aktion umgesiedelt. Mit Spezialfahrzeugen ging es von der Soers nach Brand.

Ganz freiwillig räumte Georg jedoch nicht das Feld. „Die Lanze wackelt verdächtig“, kommentierte Paul Kemen, Sprecher der Polizei, in den frühen Morgenstunden die ersten Versuche, Georg samt Pferd per Kran auf einen Laster zu verfrachten. In der Tat musste man Sorge haben, dass die 5,2 Meter lange Lanze, die der etwa 1,5 Tonnen schwere Koloss bei sicht trägt, den Umzug nicht unbeschadet überstehen würde. Doch kein Problem: Mit Stahlrohren und mit einer Menge Kabelbinder wurde die Waffe des Heiligen fixiert, nichts wackelte mehr.

Als die Fachleute den gut verschnürten Georg dann endlich hoch hieven wollten, tat sich nichts. War das Kunstwerk im Jahre 1981, bei seiner Aufstellung, einfach nur aufgestellt worden, oder gab es eine irgendwie geartete Verankerung im Fußboden? In der Tat: Die Statue war mit Stahlnägeln im Boden verankert, die es zunächst zu lösen galt, bevor Georg umziehen konnte.

Rund drei Stunden dauerte es letztlich, bis Georg an seinem neuen Standort angekommen war. Bevor seine „Kollegen“ nachziehen, dauert es noch ein wenig: „Wir sind voll im Zeitplan, was den Umzug angeht“, sagt Paul Kemen auf Anfrage. Ende November ist die Schlüsselübergabe des neuen Polizeipräsidiums geplant. Danach kann der Einbau der polizeispezifischen Technik, beispielsweise in der Leitstelle, beginnen. „Mitte bis Ende April ist dann unser Umzug angesetzt“, so Kemen. Von den rund 1300 Mitarbeitern, die künftig an der Debyestraße ihren Dienst tun werden, wissen auch jetzt schon alle Beteiligten, wo ihr Platz sein wird. „Da ist alles durchgeplant, nichts wird dem Zufall überlassen.“