Aachen: Aachener Polizei kann im Oktober Richtfest feiern

Aachen: Aachener Polizei kann im Oktober Richtfest feiern

Die Polizei hat einen Grund zum Feiern: Nach vielen Verzögerungen wächst ihr neues Domizil jetzt im Eiltempo der Fertigstellung entgegen. Im Oktober soll am Neubau des Präsidiums das Richtfest stattfinden. Doch nicht nur an der Trierer Straße wird kräftig gebaut.

An vielen Ecken der Stadt entsteht Neues, vielfach wird auch dringend benötigter Wohnraum geschaffen — wie beispielsweise bei den Projekten „Aachen Mitte-Mitte“ in der Innenstadt und „Guter Freund“ im Ostviertel. Die AZ-Serie „Bauen in Aachen“ wird in den nächsten Wochen und Monaten wieder über Pläne, Probleme und Perspektiven auf den vielen Baustellen in dieser Stadt berichten.

Neubau des Polizeipräsidiums

Die Planung: Auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Trierer Straße/Debye-straße entsteht nach dem Entwurf des Aachener Architekten Günter Helten das neue Aachener Polizeipräsidium — und soll als heller, kompakter und funktionaler Baukomplex „klare Kante“ zeigen.

Gebaut wird das dringend benötigte neue Domizil für rund 1200 Mitarbeiter mit einer Gesamtfläche von 22.500 Quadratmetern von dem Essener Bauriesen Hochtief — für knapp 60 Millionen Euro. Die Polizei zieht dann als Mieter ein und zahlt 12,66 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Der Mietvertrag wurde bereits vor einem knappen Jahr unterzeichnet und läuft über 20 Jahre — mit Option einer fünfjährigen Verlängerung.

Der Stand der Dinge: Das Projekt macht aktuell deutlich erkennbare Fortschritte, der Rohbau wächst und wächst. Voraussichtlich am 18. Oktober soll Richtfest gefeiert werden. Zu diesem Termin habe auch der neue NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) seinen Besuch angekündigt, sagt Hochtief-Sprecher Bernd Reuther.

Der Zeitplan: Von einem Zeitplan zu sprechen, verbietet sich bei diesem Projekt — dafür gab es schon zu viele. Alleine die Vorbereitungs- und Ausschreibungsphase dauerte fünf Jahre. Unter anderem lag das an juristischen Auseinandersetzungen: Gegen die Vergabe an Hochtief hatten zwei andere Bieter den Klageweg beschritten, und bis zur letztinstanzlichen Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vergingen viele Monate. Und zuletzt lagen auch noch die Stadt Aachen als Grundstücksverkäuferin und der Bauherr Hochtief im Clinch — wegen eines notwendigen Regenrückhaltebeckens, dessen Bau erst einmal keiner zahlen wollte.

Doch auch dieser Konflikt ist beigelegt und hat — so Reuther — das Projekt nicht weiter verzögert. „Wir haben währenddessen weitergeplant.“ Nun soll das neue Präsidium, das ursprünglich einmal im Sommer 2017 bezogen werden sollte, im Herbst 2018 fertig sein. Der Umzug der Polizei ist im Frühjahr 2019 vorgesehen. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Reuther.

„Aachen Mitte-Mitte“

Die Planung: Auf dem Grundstück mitten im Stadtzentrum an der Ecke Kasernenstraße/An den Frauenbrüdern/Im Mariental, auf dem einst das alte Arbeitsamt stand, entstehen für gut 20 Millionen Euro in insgesamt sieben Gebäuden um einen begrünten Innenhof herum insgesamt 88 neue Wohnungen, davon 38 Eigentumswohnungen.

Der Stand der Dinge: „Wir sind immer noch dran“, sagt Projektkoordinator Achim Groß mit einem Seufzen. Insbesondere historische Funde haben den Bau immer wieder verzögert. „Und die Archäologen finden immer noch Dinge, mit den keiner gerechnet hat“, klagt Groß. Immerhin: Die Konturen von „Aachen Mitte-Mitte“ sind bereits zu erkennen, und von den 38 Eigentumswohnungen ist nur noch eine einzige zu haben.

Der Zeitplan: Ursprünglich wollte man Ende 2016 fertig sein, doch mittlerweile ist Groß mit Prognosen vorsichtig geworden. Nur so viel sagt er: „Der große Teil der Wohnungen wird in diesem Jahr bezugsfertig sein.“

„Guter Freund“

Die Planung: Gleich hinter den Aachen-Arkaden entsteht an der Ecke Eisenbahnweg/Freunder Weg im Ostviertel auf einer ehemaligen Militärbrache Aachens größtes öffentlich gefördertes Wohnungsbauprojekt. Die Aachener Landmarken AG baut auf dem 15 500 Quadratmeter großen Areal insgesamt 248 Wohneinheiten, davon 183 Sozialwohnungen. Außerdem entstehen in dem Wohnquartier, das den Namen „Guter Freund“ trägt, eine Kita, eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren und eine Parkanlage mit Spiel- und Sportgeräten. Das Ganze soll — so der Anspruch — ein „Mehrgenerationenquartier“ werden.

Der Stand der Dinge: Seit dem Baubeginn im Mai vorigen Jahres schreiten die Arbeiten schnell voran. Aktuell befindet man sich im Innenausbau.

Der Zeitplan — dürfte allem Anschein nach eingehalten werden. Im kommenden Herbst sollen die Wohnungen laut Landmarken AG bezugsfertig sein.

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