Aachener Oberbürgermeister gibt Ausblick auf das Jahr 2020

Neujahrsempfang : In den letzten Monaten ein voller Terminkalender

Das Projekt Campus West vorantreiben und die Nachnutzung des alten Polizeipräsidiums in der Soers klären: Das sind Dinge, die sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp für seine letzten Monate im Amt vorgenommen hat.

Den Jahreswechsel nutzt Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp traditionell für eine Art Kassensturz. Was hat sich in Aachen bewegt und wie wird das öffentlich wahrgenommen? Auch diesmal hat er sich beim Neujahrsempfang im Rathaus, bei dem auch die Kreishandwerkerschaft beteiligt ist, zu vielen kommunalpolitischen Themen geäußert. Es war übrigens Philipps letzter Neujahrsempfang in dieser Funktion. Bei der Kommunalwahl im September wird er nicht mehr antreten.

„Der Büchel ist mittlerweile soetwas wie ein Symbolthema geworden, über das immer viel diskutiert werden kann“, sagte Philipp. Mittlerweile sei er aber mit der Geschwindigkeit, wie die Dinge im Altstadtquartier entwickeln, sehr zufrieden. „Wir haben viel Rückendeckung und es gibt einen guten Austausch mit den anderen beteiligten Akteuren.“ Er hoffe nun, dass das Thema im Wahlkampf nicht zum „Schlachtfeld“ werde, sondern dass sich alle Parteien gemeinsam in eine Richtung bewegen. „Denn eine große Wunde über eine lange Zeit ist das Schlimmste für eine Stadt“ In Sachen Stadtentwicklung gelte es auch, die Nachnutzung des Lust for life-Gebäudes und das Thema Bushof nicht aus dem Blick zu verlieren. Dieses „Generationenprojekt Bushof“ wird Philipp aber nicht mehr bis zur Kommunalwahl fertigstellen. Anders, so hoffe er, sieht es beim Grundstein in Sachen Campus West aus und bei der Nachnutzung des alten Polizeiprädisiums in der Soers. Hier will er die wesentlichen Schritte noch begleiten.

Der Straßenverkehr, ob nun individuell oder öffentlich, werde die Stadt Aachen und die ganze Region in Zukunft sehr stark beschäftigen. „Wir müssen für starke Achsen sorgen, damit mehr Busse zügig aus der Städteregion in die Stadt kommen“, betont Philipp. Der Nahverkehr müsse als Alternative zum Auto unbedingt attraktiver werden. „Wenn wir das nicht hinkriegen, dann ist all das, was wir über Nachhaltigkeit erzählen, für den Papierkorb.“

Wie in den Jahren zuvor nutzte auch Kreishandwerksmeister Herbert May die Gelegenheit, Anliegen anzusprechen, die bereits beim Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft thematisiert worden sind. „Das Handwerk erwartet Verständnis und Unterstützung vom Nachfolger oder von der Nachfolgerin von Marcel Philipp“, sagte May im Hinblick auf die Kommunalwahl. Außerdem warb er dafür, dass die Stadt bei Auftragsvergaben nach Möglichkeit hiesige Betriebe berücksichtige. Apropos Vergabe: Die Lage des Aachener Handwerks sei gut, betonte May. Bei einer Umfrage im vergangenen Jahr hätten 93 Prozent aller Betriebe die Situation als gut oder befriedigend angegeben.